Schloss-Spiele in Kobersdorf: Ein Stück Geschichte zum Jubiläum

Erstellt am 06. Juli 2022 | 10:04
Lesezeit: 6 Min
In Kobersdorf wird zum 50-jährigen Bestehen der Schloss-Spiele „Der Bockerer“ inszeniert.
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„Ich wünsche Ihnen einen spannenden Theaterabend, für uns ist er es jedenfalls“, betonte Intendant Wolfgang Böck bei seiner Begrüßungsrede zu den 50. Kobersdorfer Schloss-Spielen. Nachdem die Generalprobe wetterbedingt gänzlich ins Wasser fiel, trat just am Premierenabend ein Corona-Verdachtsfall innerhalb des Ensembles auf.

„Wir mussten den Kollegen nach Hause schicken. Wir können es jetzt so machen, dass wir alle nach Hause gehen oder wir gehen in den Graben und betrinken uns sinnlos, danach wäre mir“, nahm es Böck mit Galgenhumor. Stattdessen wurde kurzfristig umdisponiert: ein Kollege erklärte sich bereit, eine Szene zu lesen eine andere wurde gestrichen. „Sie werden in der einen oder anderen Szene einen Kollegen mit Buch sehen. Er hat nicht den Text nicht gelernt, sondern er opfert sich.“ Zum Glück für das Premierenpublikum, denn so konnte die Aufführung gerettet werden und sonst hätte man einen kurzweiligen Theaterabend zu einem zwar ernsten Thema aber dennoch mit viel Situationskomik verpasst. Letztere gründet vor allem in der (scheinbaren) Naivität der Titelfigur Karl Bockerer, gespielt von Wolfgang Böck, etwa als er auf die Frage, ob er schon einmal was von der GESTAPO gehört habe, erklärte, dass davon ja alle Leute reden aber nicht laut, weil das ja geheim sei.

Auch in der Rolle des Intendanten fand Böck die richtgen Worte: „‚Der Bockerer’ ist ein Stück österreichischer Zeitgeschichte und auch das Stück selbst ist ein Teil österreichischer Theatergeschichte.“

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