Toilette ist kein Mistkübel. Die Entsorgung von Abfällen über den Kanal verursacht Betriebsprobleme in den Kläranlagen. Die Kampagne „Das WC ist kein Mistkübel“ soll Aufklärung bringen.

Von Isabella Kuzmits. Erstellt am 16. Dezember 2019 (19:10)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr

Die ARGE Abwasser Burgenland und der Abwasserverband Lockenhaus starteten vor Kurzem die Kampagne „Das WC ist kein Mistkübel“. Grund dafür ist, dass zu viele Abfälle – die in den Rest- oder Biomüll gehören – nach dem Motto „sieht ja keiner“ über das Klo entsorgt werden und so zusätzliche Wartungs-, Reparatur- und Entsorgungskosten verursachen.

„Hygieneartikel wie Feucht-, Kosmetik- und Reinigungstücher lösen sich nicht auf, sind extrem reißfest und echte Pumpenkiller. Aber auch Speisereste, Medikamente, Katzenstreu und Zigarettenstummel haben im Klo nichts verloren“, so Gerhard Spatzierer von der ARGE Abwasser Burgenland. Durchschnittlich werden aber trotzdem jährlich rund fünf Kilo Abfall pro Einwohner über die Toilette entsorgt.

Verstopfungen und Ablagerungen sind die Folge. Allein der Abwasserverband Lockenhaus muss so jedes Jahr 12 Tonnen Abfälle mit hohem finanziellen Aufwand zusätzlich entsorgen. Im Rahmen der Kampagne möchte man Schulklassen zu Führungen in die Kläranlage einladen und bei der jungen Generation für Aufklärung sorgen. „Kinder interessieren sich derzeit sehr für die Umwelt und sind gute Multiplikatoren. Wir hoffen, dass sie das Wissen, welches wir ihnen vermitteln, auch zu den Eltern weitertragen“, so der Obmann des Abwasserverbandes Lockenhaus Ernst Dorner.

Unterstützung bei der Kampagne gibt es auch seitens der Bürgermeister. Interessierte (ab 10 Personen) können sich für Führungen beim Abwasserverband melden. Außerdem werden Infobroschüren verteilt.