Oberpullendorf: Geburten-Station bis 2025 garantiert

Laut Landeshauptmann Hans Peter Doskozil ist der Erhalt der Geburtshilfe am Krankenhaus Oberpullendorf vorerst gesichert, langfristig wird dieser an Zielvorgaben geknüpft.

Michaela Grabner
Michaela Grabner Erstellt am 09. September 2021 | 08:00
KRANKENHAUS OBERPULLENDORF Geburtenstation bis 2025 garantiert
Foto: Gregor Hafner

Das Land Burgenland und die Burgenländische Krankenanstalten-Ges.m.b.H. haben eine Lösung für die Zukunft der Geburtenstation am  Krankenhaus Oberpullendorf ausgearbeitet, die sowohl die Versorgungssicherheit des mittleren Burgenlands garantiert sowie auch die maßgeblichen medizinischen und wirtschaftlichen Aspekte berücksichtigen soll.

Am Montag wurde dieses Konzept von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Landesholding-Geschäftsführer Hans Peter Rucker und KRAGES-Geschäftsführer Hubert Eisl der Belegschaft des Krankenhauses Oberpullendorf präsentiert. Demnach ist der Erhalt der Geburtenstation bis 2025 garantiert und – wenn bestimmte Zielvorgaben erreicht werden – auch darüber hinaus.

„Wir fordern und fördern den Standort Oberpullendorf, sich in diesem wichtigen Sektor – so wie in allen anderen Bereichen – eigenverantwortlich weiter zu entwickeln.“Landeshauptmann Hans Peter Doskozil

„Ich habe in den vergangenen Wochen viele Gespräche mit Expertinnen und Experten sowie mit Betroffenen geführt. Daraus hat sich eine Entscheidung ergeben, von der ich überzeugt bin, dass sie die Versorgungssicherheit mit Geburtshilfe im gesamten Burgenland gewährleistet, der Station und ihren Mitarbeitern eine faire Chance zur langfristigen Etablierung gibt, aber auch die Wirtschaftlichkeit im Fokus behält“, betont Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. „Zwischen diesen Aspekten haben wir eine gute Balance gefunden. Wir fordern und fördern den Standort Oberpullendorf, sich in diesem wichtigen Sektor – so wie in allen anderen Bereichen – eigenverantwortlich weiter zu entwickeln.“

KRANKENHAUS OBERPULLENDORF Geburtenstation bis 2025 garantiert
Gregor Hafner

Der „Zukunftsplan Geburtshilfe Oberpullendorf“ sieht vor, dass die Geburtenstation des Krankenhauses als Teil der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe bis 2025 garantiert erhalten bleibt ebenso wie das Kinderwunsch-Institut, sich die Abteilung  bis 2025 aber organisatorisch enger mit der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe des Schwerpunktkrankenhauses Oberwart verbindet. Zudem soll auch die Kooperation mit der Geburtshilfe am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt intensiviert werden, speziell im Bereich der Hebammen. 

Benchmarks bis 2025 zu erreichen

Ebenfalls bis 2025 muss die gesamte Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe (inklusive Kinderwunsch-Institut) in Oberpullendorf auch in Eigenverantwortung einige noch zu definierende Benchmarks vor allem puncto Fallzahlen erreichen. Ziel ist eine Verbesserung der Auslastung und damit der Wirtschaftlichkeit. Diese genauen Vorgaben werden in weiteren Gesprächen im Herbst definiert werden. Ab 2025 werden Land Burgenland und KRAGES dann evaluieren, inwiefern und in welchem Ausmaß die Vorgaben erfüllt werden konnten, und ob eine Weiterführung aus Sicht der Versorgungssicherheit, der medizinischen und pflegerischen Anforderungen sowie der Hebammenbetreuung sinnvoll ist.

„Mit dieser Lösung sprechen wir bewusst auch die Eigenverantwortung der Spitalsleitung und vor allem der Mitarbeiter in der betroffenen Abteilung an. Sie bekommen damit die Möglichkeit, sich über einen ausreichend langen Zeitraum so zu etablieren, dass die Fallzahlen den langfristigen Erhalt rechtfertigen und wirtschaftlich vertretbar machen. Ich hoffe außerdem, dass es uns in diesem Zeitraum auch gelingt, das volle Potenzial des Kinderwunsch-Institutes auszuschöpfen und diese Einrichtung als überregionales Top-Angebot zu positionieren“, so Landeshauptmann Doskozil.

ÖVP: „Etappensieg für Geburtenstation"

Die Bezirks-ÖVP, die nach Bekanntwerden der möglichen Schließung der Geburtenstation im Frühjahr eine Petition für deren Erhalt gestartet hatte, spricht von einem Etappensieg für die Geburtenstation. „Die ÖVP hat für den Erhalt der Geburtenstation gekämpft. Wir freuen uns, dass diese jetzt erhalten bleibt“, so Bezirksparteiobmann Niki Berlakovich. „Es wurden Initiativen im Landtag gesetzt. Zusätzlich haben wir die Gemeinden des Bezirkes eingebunden. Auch diese haben uns durch Petitionen unterstützt, weil die Geburtenstation einen ausgezeichneten Ruf hat.“ Landtagsabgeordneter Patrik Fazekas ergänzt: „4.000 Menschen haben sich bei unserer Online-Petition eingetragen und sich für den Erhalt der Geburtenstation ausgesprochen. Unser gemeinsamer Kampf und der starke Protest haben sich gelohnt, denn die Geburtenstation wird vorerst nicht geschlossen. Wir haben gemeinsam einen Etappensieg erreicht.“

Da der SPÖ-Landeshauptmann eine mögliche Schließung ab 2025 in den Raum gestellt habe, fordert die Volkspartei eine Garantie von Doskozil, dass die Geburtenstation auch danach in Oberpullendorf bleibt. Berlakovich und Fazekas befürchten nämlich, dass "die SPÖ diese Kurskorrektur nur bis zur nächsten Landtagswahl 2025 vortäuscht“, um danach die Schließung durchzupeitschen. „Das werde die Volkspartei mit allen Mitteln verhindern", so Berlakovich und Fazekas abschließend.

SPÖ: Land stärkt Spitalsstandort weiter 

SPÖ-Bezirksparteivorsitzender Landesrat Heinrich Dorner kontert, dass „entgegen der Panikmache der ÖVP auch weiterhin eine umfassende geburtshilfliche Versorgung auf hohem Niveau angeboten wird. Die Mittelburgenländerinnen und Mittelburgenländer können sich auch hier zu 100 Prozent auf unseren Landeshauptmann verlassen.“ Doskozil sei ein Garant für eine wohnortnahe hochwertige Gesundheitsversorgung“, so Dorner, der darauf verweist, dass in den nächsten Jahren mehr als zehn Millionen Euro in den Ausbau des Krankenhauses Oberpullendorf fließen.

„Während die SPÖ unter Landeshauptmann Doskozil die Lebenssituation der Bevölkerung auch im Gesundheitsbereich weiter verbessert, zeichnet sich die ÖVP vor allem durch Verunsicherung der Menschen im Bezirk Oberpullendorf und der Belegschaft im Spital aus. Diese Form der Politik lehnen die Burgenländerinnen und Burgenländer entschieden ab, das sollten auch Fazekas & Co einsehen und endlich ihren destruktiven Kurs ändern“, hielt der SPÖ-Bezirksparteivorsitzende fest. Unter ÖVP-Verantwortung wäre zudem das Spital samt Geburtenstation in Oberpullendorf schon Geschichte, erinnerte Dorner an die ÖVP-Schließungspläne von drei der fünf Spitäler im Land. „Die Landesregierung unter Landeshauptmann Hans Peter Doskozil steht hingegen nicht nur für den Erhalt aller Krankenhäuser, diese werden, wie auch in Oberpullendorf, aufgewertet.“