Klavierzyklus 2019 in weiblicher Hand. Im burgenländischen Raiding (Bezirk Oberpullendorf) dreht sich dieser Tage wieder alles um den wohl berühmtesten Raidinger - Franz Liszt. Während am Wochenende der letzte Konzertblock im Zuge des Liszt Festivals Raiding startet, blickte das Intendantenduo Eduard und Johannes Kutrowatz am Dienstag bereits ins nächste Jahr und verriet: Der Klavierzyklus 2019 wird in weiblicher Hand sein.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 09. Oktober 2018 (12:56)
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Musikalische Brüder. Eduard und Johannes Kutrowatz (Bild links, v.l.) im Film von Walter Schneeberger (Bild unten, im Interview mit Keizo Sasaki).
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Lise de la Salle, Dina Ivanova, Claire Hunagci, Anna Volovitch, Aleksandra Mikulska und Saskia Giorgini - all diese Pianistinnen werden im nächsten Jahr den Klavierzyklus im Lisztzentrum in Raiding bestreiten. Für Johannes Kutrowatz handelt es sich dabei um "junge Damen, die es durch ihre blendende künstlerische Persönlichkeit auf die großen Podien der Welt geschafft haben. Und zu den großen Podien der Welt gehört auch diese Bühne - Lisztzentrum Raiding. Das sollte man nie vergessen, und das unterstreiche ich und betone ich immer mit großer Freude", sagte er bei der Programmpräsentation.

Das Festival wird auch 2019 in gewohnter Manier Konzerte im März, Juni und im Oktober - dem Geburtsmonat Liszts - beinhalten. Eröffnet wird der Konzertreigen am 22. März mit dem Liszt Festival Orchester unter der Leitung von Johannes Kutrowatz - dieses Festivalorchester zählt zu einer wesentlichen Neuerung für 2019 - und Pavel Kachnov am Klavier mit Werken von Joseph Haydn, Liszt und Franz Schubert. Den Abschluss bestreitet Martin Haselböck mit seinem Orchester Wiener Akademie am 20. Oktober. Gespielt wird Liszt und Anton Dvorak.

Der Orchesterzyklus, der mit dem Konzert der Wiener Akademie zu einem Highlight im Festivalprogramm zähle und laut Eduard Kutrowatz ein "ausverkauftes Must für jeden, der hier war" ist, bekommt mit einem weiteren Orchesterzyklus nächstes Jahr Zuwachs. "Wir haben beschlossen, dem Festival dieses Jahr eine weitere Identität zu geben mit einem eigenen Festivalorchester, das in diesem Jahr im März aus der Taufe gehoben worden ist."

Weiters stehen u.a. ein Konzertabend mit Mezzosopranistin Elisabeth Kulman auf dem Programm. Sie wird auch im kommenden Jahr gemeinsam mit Eduard Kutrowatz auf der Bühne stehen. Zu hören sind außerdem auch die Sopranistin Chen Reiss sowie der Chorus sine nomine sowie Il Canto - Frauenchor Novosibirsk. "Sie können also wahrnehmen, dass hier in Raiding die Weltspitze gastiert. Unter dem machen wirs einfach nicht. Geht auch gar nicht, weil wir dem eigentlichen Star des Festivals, Franz Liszt, gerecht werden wollen und müssen", betonte Johannes Kutrowatz, der meinte: "Unsere kreativen Schubladen sind randvoll und Sie können sich mit uns auf die nächsten Saisonen freuen."

Große Freude empfindet auch Kulturlandesrat Hans Peter Doskozil (SPÖ) über die Vertragsverlängerung des Intendantenduos im heurigen Jahr. Denn Kontinuität sei einer von vier wichtigen Aspekten, so der Landesrat. Er will, dass man internationaler wird. Derzeit laufen Gespräche darüber - und zwar unabhängig von der Programmierung für 2019 -, "wie wir diesen Standort auch mit ein paar Facetten darüber hinaus international gestalten, wie wir international auch im kulturellen Bereich hier Aufmerksamkeit erregen wollen". Ziel sei es, Raiding und Liszt nicht nur im Burgenland sondern auch auf österreichischer und internationaler Ebene "zu einem kulturpolitischen Highlight zu machen", erläuterte er.

Bereits jetzt zeigt man sich aus kaufmännischer Sicht aber zufrieden mit dem Festival. Die Auslastung liege zwischen 82 und 85 Prozent, was vor allem für ein Festival im ländlichen Raum ein "sehr, sehr guter Wert" sei, berichtete Geschäftsführer Thomas Mersich. Die Besucherzahl liege zwischen 8.500 und 9.000 Gästen, der Umsatz belief sich zuletzt auf 756.000 Euro. Vom Land gibt es rund 300.000 Euro Fördermittel. Einen beachtlichen Zuwachs von 55 Prozent habe man im heurigen Jahr bei den Abonnements verzeichnet. Hier habe man auf den Wunsch der Besucher reagiert und die Struktur geändert.

Neu präsentiert wurde am Dienstag auch die Homepage des Festivals, die nun bedienungsfreundlicher sein soll, meinte Mersich. Eine weitere Neuerung kündigte außerdem auch Manfred Fuchs, Präsident des Franz Liszt Vereins an: Im Herbst 2019 soll eine Liszt-Bibliothek in Raiding eröffnet werden.

https://www.lisztfestival.at/