Stiftung Theodor Kery: 30.000 Euro für Vorzeigeprojekte. Dreizehn Preisträger wurden auf Burg Lockenhaus vor den Vorhang gebeten.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 28. Mai 2019 (13:11)

Zum 43. Mal ehrte die Burgenland Stiftung Theodor Kery am Donnerstag herausragende Projekte. „Es waren Menschen, die das Burgenland vorangebracht haben. So wurden mittlerweile über 670 Personen für ihre Leistungen ausgezeichnet“, betonte Stiftungsvorsitzender Michael Gerbavsits. Seit Bestehen der Stiftung wurden rund 2,8 Millionen Euro ausgeschüttet. Heuer können sich dreizehn Preisträger über mehr als 30.000 Euro freuen.

Der Eugen Horvath-Ehrenpreis für Wirtschaft ging in diesem Jahr an die Landvermesser Ehrlich ZT GmbH, das seit 1949 in Oberwart existiert. Das Unternehmen ist an wegweisenden Infrastrukturprojekten im Burgenland wie Teilstücken der S31 oder dem eo beteiligt gewesen.

Im Bereich Sport wurden einerseits das Engagement des FC Südburgenland in Sachen Frauenfußball unterstützt und andererseits der Tischtennisclub Oberpullendorf, der sich verstärkt auf den Aufbau und die Entwicklung ausgewählter Nachwuchsspieler zu Bundesligaspielern konzentrieren möchte.

„Spurensicherung“ für Roma

Für ihr Projekt „Die verschwundenen Romasiedlungen“ wurden Gerhard Baumgartner und Herbert Brettl ausgezeichnet, die zahlreiche Dokumente über die etwa 140, zumeist von den Nationalsozialisten zerstörten Romasiedlungen im Burgenland zusammengetragen, ausgewertet und für die Nachwelt publiziert haben.

In der Sparte Publizistik/Literatur gab es mit Siegmund Kleinl und Michael Wachter zwei Preisträger. Kleinl schrieb 275 Gedichte, die in der Sammlung „PropheZeit“ erschienen sind. Ergänzend hat Wolfgang Horwath 20 Radierungen gemacht, so dass ein Kunstbuch entstanden ist. Michael Wachter hat unter dem Titel „Mein Kampf mit Hitler“ die Memoiren seines Onkels Felix Wachter aus Deutsch Schützen herausgegeben. Die Publikation soll ein Zeichen gegen Faschismus und Rassismus sein und aufzeigen, dass man dagegen auftreten kann.

In der Sparte Kultur wurden Peter Hauptmann für sein Handbuch „Die Kunst, von der Kunst zu leben“ sowie der Verein Uhrenstube Aschau ausgezeichnet. Letzterer möchte nun ein Handbuch zum Museum herausbringen, das auch einen Überblick über die Geschichte der Zeitmessung und Zeitmesser geben soll.

Unterstützt wurden außerdem der Verein der Halbturner Schlosskonzerte für seinen wichtigen, qualitativ hochwertigen Beitrag zum heimischen Konzertleben und die Arbeit von Maler Manfred Leirer, der vorwiegend in der Technik der Enkaustik arbeitet. Preisgelder gab es auch für zwei soziale Projekte und zwar für „Die Treppe“, die Hilfe für Frauen bietet und ein Sozial- und Frauenhaus betreibt sowie den Verein MOKI (Mobile Kinderkrankenpflege im Burgenland), dessen Arbeit durch einen Kurzfilm mit dem Titel „Zwischen Helfen und Loslassen“ transparenter gemacht werden soll.

Screening für Krebspatienten

Mit dem „Screening für Krebspatienten“ wurde das Onkologie-, Palliativ- und Diätologinnenteam des Krankenhauses Oberwart Preisträger in der Kategorie Naturwissenschaften. Seit mehr als zehn Jahren beschäftigt sich das Team mit dem Ernährungszustand von Krebspatienten, da dieser von entscheidender Bedeutung für das Behandlungsergebnis nach Operationen und Chemotherapie ist. Jetzt soll die bestehende Diagnose und Therapie mittels einer speziellen Körperanalyse weiterentwickelt werden.

„Es geht um Leistungen, die für die Menschen, die Wirtschaft und das Ansehen unseres Heimatlandes von Bedeutung sind – diesem Anspruch wird jedes einzelne der 13 Projekte gerecht“, so Landesrat Heinrich Dorner, der die Überreichung der Preise gemeinsam mit Michael Gerbavsits vornahm.