159 Personen geschleppt: 3,5 Jahre Haft

Erstellt am 11. April 2022 | 06:36
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Foto: APA/Webpic
3,5 Jahre Haft für 34-jährigen Moldawier, der Flüchtlingen zur Einreise nach Österreich verhalf.
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In der Nacht von 4. auf 5. November 2021 hatte ein 34-jähriger Moldawier zehn Flüchtlinge bei Lutzmannsburg nach Österreich gebracht. Wenig später wurde er verhaftet. Der Mann gestand, insgesamt 159 Flüchtlinge nach Österreich gebracht zu haben. Teilweise war er als Fußschlepper tätig gewesen, teilweise als Beifahrer in einem Begleitfahrzeug. Die umfangreichste Schleppung wurde mit einem Lkw durchgeführt, in dem 53 Personen transportiert wurden. Bei dieser befand sich der Moldawier in einem vorausfahrenden Fahrzeug.

Am Montag dieser Woche stand er wegen der Schleppungen am Landesgericht Eisenstadt vor einem Schöffensenat. Er bekannte sich schuldig und gab an, dass ihm pro geschleppter Person 50 Euro versprochen worden seien. Erhalten habe er nur 3.000 Euro. Der Schlepperorganisation habe er sich aus Geldmangel angeschlossen. Als Fabriksarbeiter habe er in seiner Heimat nur 300 bis 400 Euro pro Monat verdient. Wegen eines Unfalls müsse er 7.000 Euro Schulden bezahlen, außerdem müsse er Alimente für seinen Sohn überweisen. Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Birgit Falb verurteilte den Mann zu dreieinhalb Jahren Haft. 3.000 Euro wurden für verfallen erklärt, diesen Betrag muss er an den Staat Österreich bezahlen. „Ohne Geständnis hätte er eine deutlich höhere Strafe bekommen“, so die Richterin.

Das Urteil ist rechtskräftig.

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