Grimms Märchen zum Mitspielen am Anger. Sonnentherme plant neue Attraktion im Ortskern. Projekt sorgt für Diskussionsstoff bei Gemeinderatssitzung.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 24. Dezember 2020 (03:48)
Kinderspielplatz Spielplatz Symbolbild
Symbolbild
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Auf Antrag der SPÖ-Gemeinderäte stand der Punkt „Dorfanger Lutzmannsburg - weitere Verwendung“ auf der Tagesordnung der Gemeinderatsitzung. Vizebürgermeister Roman Kainrath stellte dabei die Pläne der Sonnentherme, betreffend eines Spielplatzes am Dorfanger, neben dem Cafe „Sunny“, vor. „Die Therme möchte dort einen modernen Kinderspielplatz errichten. Dieser soll eingezäunt sein und über ein Eintrittsystem verfügen“, so Kainrath.

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Hänsel und Gretel-Station. Sunny Bunny und Pinky Bunny schlüpfen in die Rolle von Hänsel und Gretel, die sich im Wald verliefen. Die Kinder müssen durch ein Labyrinth finden, um zum Lebkuchenhaus zu kommen.
Sonnentherme

Auf Anfrage der BVZ handelt es sich laut Thermengeschäftsführer Werner Cerutti dabei um einen auf Märchen bezogenen Spielplatz, der für die Zielgruppe von 2 bis 5-jährigen Kindern ausgelegt ist und zehn Märchen, in Form von zum Beispiel einem Hänsel und Gretel-Labyrinth oder einem Rapunzel-Kletterturm, umfassen soll. „Die Gemeinde hat den Wunsch geäußert, dass die Therme zur Belebung des Ortszentrums beitragen soll. Das ist uns mit dem Cafe Sunny bereits gut gelungen. Mit dem Märchen-Anger könnten wir nun ein weiteres Angebot im Ortskern schaffen“, meint Cerutti.

Dorfcharakter und möglicher Lärm im Visier

Im Gemeinderat wurde über eine mögliche Lärmentwicklung und die Veränderung des typischen Dorfcharakters diskutiert. Bürgermeister Christian Rohrer zeigte sich mit den Plänen nicht zufrieden, da „uns zu Anfang etwas anderes als ein reiner Spielplatz versprochen wurde“.

Eine geplante Bürgerversammlung am 14. Dezember, bei der das Projekt hätte vorgestellt werden sollen, ist aufgrund der bis dahin noch nicht eingetroffenen Pläne abgesagt worden. Christian Stimakovits von der ÖVP meinte, dass das Projekt zu kurzfristig und nicht ausreichend überdacht sei. „Bevor der Gemeinderat etwas entscheidet, sollten wir die Bevölkerung fragen, ob sie das überhaupt möchte“. Auch Günther Plöchl von der ADL meinte, dass sich der Infrastrukturausschuss intensiv mit diesem Thema befassen sollte und dass man sich eine zukünftige Option der Mitsprache seitens der Gemeinde sichern sollte.

Christian Stimakovits (ÖVP) stellte einen Abänderungsantrag, dass „der Dorfanger entsprechend seiner Widmung für saisonale Projekte verwendet wird“. Dieser wurde mit neun Gegenstimmen der SPÖ und der ADL mehrheitlich abgelehnt. Der Hauptantrag von Vizebürgermeister Kainrath (SPÖ), dass das Projekt am Dorfanger, in Absprache mit dem Infrastrukturausschuss und nötigem Gemeinderatsbeschluss grundsätzlich möglich sei, wurde mit sechs Stimmen der SPÖ und vier Stimmen der ADL angenommen.

Die ÖVP enthielt sich, Bürgermeister Rohrer stimmte dagegen. Nächstes Jahr soll es einen neuen Termin für eine Bürgerversammlung geben, bei der das Projekt vorgestellt wird.

Thermen-Geschäftsführer Werner Cerutti weist darauf hin, dass „wenn die Anrainer das nicht möchten, können wir unser Angebot auch in der Nähe der Therme errichten. Somit bleiben die Gäste aber vermehrt im Thermengebiet“.