Kindergarten Oberpetersdorf: Wilfinger geht in Pension

Luise Wilfinger war etwas mehr als drei Jahrzehnte im Kindergarten Oberpetersdorf tätig. Dieses Kindergartenjahr war ihr letztes.

Erstellt am 15. August 2020 | 05:10
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
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Mit den ersten Schützlingen. Mit dem Kindergartenjahr 1986/ 87 startete Luise Wilfinger ihre Tätigkeit im Kindergarten Oberpetersdorf.
Foto: BVZ

33 Jahre lang war Luise Wilfinger als Leiterin des Kindergartens Oberpetersdorf tätig. Dieses Kindergartenjahr war ihr letztes. „Ich wollte schon immer mit Kindern arbeiten, ich habe auch als Jugendliche immer auf Kinder aufgepasst“, erinnert sie sich. Eigentlich wollte sie Handarbeitslehrerin werden. „Weil ich gerne kreative Sachen mache. Aber diese Seite konnte ich auch ausleben, nur etwas anders“, meint sie. Wilfinger war zuerst in Wien in einem Kindergarten tätig und fing dann 1986 nach der Karenz als Pädagogin im Kindergarten Oberpetersdorf an. Anfangs sei es eine Herausforderung gewesen, auch weil es keine Kindergartenhelferin gab und viele Kinder den Kindergarten besuchten.

Weihnachtsbasare und Kindergartengschnas

„Es war ja früher auch nichts da, was etwa Materalien angeht“, erzählt sie. So veranstaltete der Kindergarten auch Weihnachtsbasare, für die gemeinsam mit den Eltern gebastelt wurde, oder das Kindergartengschnas, das jahrelang ein Fixpunkt im Fasching in Oberpetersdorf war. Mit diesen finanziellen Mitteln wurden unter anderem Material und Spiele angeschafft.

Der gebürtigen Oberpetersdorferin war es immer wichtig, ihren Schützlingen Werte wie Tischmanieren oder auch die Wichtigkeit des Dorflebens zu vermitteln. „Das Zusammenhalten im Dorf war mir immer ein Anliegen“, führt Luise Wilfinger aus. Sie ist überzeugt, dass der Grundstock für später, was etwa die Sprache oder auch das soziale Leben angeht, im Kindergarten gelegt wird.

Luise Wilfinger war mit den Kindergartenkindern oft in der Natur, auch gemeinsames Singen stand des Öfteren in Verbindung mit Bewegung auf dem „Stundenplan“. Diesen setzte Wilfinger gemeinsam mit Kindergartenhelferin Erika Sachs um. „Wir haben uns blendend verstanden. Das war das Um und Auf“, streut sie ihr Rosen.

„Abschlussfest war sehr emotional“

Bei einem Abschlussfest wurde Luise Wilfinger vor Kurzem ganz offiziell verabschiedet und hat dabei unter anderem ein Erinnungsbuch bekommen. „Es war sehr emotional. Ich habe auch den Schlüssel für den Kindergarten an meine Nachfolgerin Manuela Stifter übergeben. „Es war eine aufregende Zeit, der Kindergarten in Oberpetersdorf ist auch so etwas wie mein Lebenswerk“, meint sie. Über 240 Kinder betreute Luise Wilfinger in den 33 Jahren im Kindergarten Oberpetersdorf – zum Teil bereits Kinder von ehemaligen Kindergartenkindern. „Wenn man das so mitbekommt, wie sich die Kinder von klein auf entwickeln und wie sie dann Karriere machen und ihren Lebensweg gehen, das ist wirklich schön“, erzählt Luise Wilfinger.

In ihrer neu gewonnenen Freizeit will sie nun ihr „berufliches Leben sortieren“. Einige jüngere Kolleginnen waren bereits bei ihr, um sich Unterlagen zu holen. „Ich freue mich, wenn diese mit meinen Unterlagen arbeiten“, meint sie. Außerdem ist Wilfinger gern sportlich mit dem Rad unterwegs oder kümmert sich um ihren Garten. „Ich kann mir ein Leben ohne Kinder nicht vorstellen. Daher überlege ich derzeit, ob ich etwa als Leihoma oder Notfallmama arbeiten werde“, verrät sie.

Und auch im Kindergarten Oberpetersdorf wird sie hin und wieder vorbeischauen, meint sie schmunzelnd: „Mein Kaffeehäferl steht auch noch im Kindergarten.“