Schüler als Klimaforscher in Lockenhaus. Bildungscampus Lockenhaus gehört zu über 30 Bildungseinrichtungen, wo Kinder anhand einer Hecke Klima beobachten.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 09. Oktober 2020 (04:45)

Eine 10 Jahreszeiten-Hecke mit zwölf heimischen Gehölzarten wächst seit Kurzem am Bildungscampus Lockenhaus. Die Kinder von Kindergarten, Volksschule und Mittelschule verfolgen anhand der Hecke Blattaustrieb, Blühbeginn und Fruchtreife. Was die Kinder da betreiben, wird Phänologie genannt. Sie untersuchen die Zusammenhänge zwischen dem saisonalen Zyklus der Pflanzen und der Witterung beziehungsweise dem Klima und lernen dabei nebenbei heimische Gehölzarten und Tiere, die in der Hecke leben, besser kennen.

Grabner

Damit dies spielerisch gelingt, gibt es Forscherausweise und Lupen für die Kinder, Projektmappen für die Pädagogen, Klassenkalender sowie eine eigene App, um Beobachtungen zu dokumentieren. Die Kinder leisten so einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis der Auswirkungen von Klimaänderungen auf die biologische Vielfalt im Burgenland, denn dank einer Kooperation mit der Zentralanstalt für Meterologie und Geodynamik landen die Beobachtungen in einer europäischen phänologischen Datenbank. Außerdem fließen die Beobachtungen in ein Computermodell ein, mit dessen Hilfe landwirtschaftliche Betriebe in Jahren mit zeitiger Wiesenentwicklung flexibel und früher mähen können. So helfen die Kinder konkret mit, dass die Bauern gutes Futter haben und die Wiesen bunt und artenreich bleiben. Und schließlich sollen die Daten zur Blüte oder Fruchtreife den Besuchern der Naturparke dazu dienen, die Natur-Höhepunkte genau dann zu erleben, wenn sie am schönsten sind.

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Über 2000 Kinder werden durch das Projekt Naturkalender Burgenland, das vom Regionalmanagement Burgenland mit 77.000 Euro gefördert wird, zu aktiven Klimaforschern. 26 Schulen und acht Kindergärten nehmen derzeit teil. „Wir verknüpfen im Burgenland Naturschutz und Bildung stark, weil dies der allerwichtigste Ansatzpunkt ist. Durch die intensive Auseinandersetzung der Kinder und Jugendlichen mit den Themen Naturschutz und Klima findet eine emotionale Bindung statt, die langfristig zu einer gelebten Identifizierung mit dem Naturpark führt und für Naturschutzthemen sensibilisiert“, so Landeshauptmannstellvertreterin Astrid Eisenkopf. Und Bildungslandesrätin Daniela Winkler verweist darauf, dass Naturschutz als Schwerpunkt im Bildungsbereich definiert ist. „Wir wollen damit schon im frühen Alter den Umweltschutzgedanken in der Bildung, aber auch im Alltag der Kinder und Familien positionieren“, so Winkler.