Überangebot an Obst: Hilfspaket soll Schaden abfedern. Die Obstbauern hatten 2016 vor allem mit dem Wetter zu kämpfen. Auch die Preissituation ist eine Herausforderung.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 01. Februar 2017 (09:32)
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In Neckenmarkt: Geschäftsführer Tibor Vertes, Landwirtschaftskammer-Vizepräsident Adalbert Resetar, Obstbaupräsident Johann Plemenschits, Obstbau-Vizepräsident Johann Preisegger und Obstbau-Vizepräsident Adolf Nikles.
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„Das Jahr 2016 war für die Obstbauern ein sehr schwieriges und wirtschaftlich herausforderndes Jahr. Die extremen Witterungsereignisse Ende April 2016 haben bei allen Obstarten durch den Frost die Obstgärten in verschiedenem Ausmaß geschädigt“, so der Vizepräsident der Burgenländischen Landwirtschaftskammer, Adalbert Resetar, bei der Jahreshauptversammlung des Burgenländischen Obstbauverbandes vergangene Woche. Man habe ein Hilfspaket ausgearbeitet, das den finanziellen Schaden abfedere.

"Um Entschädigung bemüht"

Obstbaupräsident Johann Plemenschits meinte: „Sofort nach dieser Frostwoche haben wir uns vonseiten des Obstbauverbandes und der Landwirtschaftskammer bemüht, eine Entschädigung aus dem Katastrophenfonds zu erreichen. Dies ist uns auch gelungen. Mir ist bewusst, dass damit nicht alle Probleme, die durch den Frost verursacht wurden, gelöst sind, dies aber eine Hilfe im möglichen Rahmen darstellt.“

Im Zuge des Burgenländischen Obstbautages wurde auch die Frage aufgeworfen, wann die Auszahlungen der Entschädigungen beginnen.

Auf Anfrage der BVZ heißt es aus dem Büro von Agrarlandesrätin Verena Dunst: „Die Auszahlung hat sich um ein paar Tage verzögert, da wir bei einigen Anträgen noch Rücksprache halten mussten und wir alles auf einmal auszahlen wollten.“

100 Hektar Apfelanbau in Klostermarienberg

Im Burgenland gibt es derzeit 213 Obstbaubetriebe mit 590 Hektar Anbaufläche. Im Bezirk gibt es etwa 30 Betriebe mit der Hauptobstart Apfel, wie Obstbaupräsident Johann Plemenschits aus Klostermarienberg ausführt. „Klostermarienberg ist eines der Zentren für Apfelanbau im Burgenland, mit etwa 100 Hektar Anbaufläche“, erklärt er. Im Mittelburgenland werden außerdem noch Pfirsiche sowie Kirschen, Zwetschken und Birnen angebaut.

„Wir werden heuer mit den selben Herausforderungen konfrontiert sein wie 2016. Unsere ‚Werkstätte Natur‘ ist unter freien Himmel“, meint der Obstbaupräsident. Dadurch sind die Pflanzen dem Wetter und Frost, Hagel oder Niederschlag ausgesetzt. „Gott sei dank haben wir jetzt einen richtigen Winter, in der Hoffnung, dass wir dann nicht wieder Ende April Frost bekommen“, meint Plemenschits.

Überangebot am Markt

Außerdem gäbe es im Obstbau tendenziell ein Überangebot am Markt. „Das macht die zweite Herausforderung, das Produkt am Markt gewinnbringend zu verkaufen, auch nicht leichter“, führt er weiter aus.

Wichtig sei es gewesen, dass mit der Änderung des des Katastrophenfondgesetzes und des Hagelversicherungs-Förderungsgesetzes die Grundlage geschaffen wurde, dass die Prämien für diese Versicherungen mit 50 Prozent von Bund und Ländern gefördert werden. Plemenschits weist auch darauf hin, dass der Zugang zu Wasser für Frostberegnungen für die Betriebe verbessert werden muss.