Nach Unwettern: Fast Hälfte der Wein-Ernte zerstört. Frost und Hagel haben Landwirte schwer getroffen. In Neckenmarkt etwa gibt es 50 Prozent Ernteverlust bei Wein.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 03. September 2020 (05:55)
Lokalaugenschein. Gerald Wieder, Franz Heincz und Günther Kurz begutachteten die entstandenen Schäden.
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Wetterextreme stellen die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Ende März und Anfang April schädigte Frost vielerorts im Burgenland die Obstblüte. „Spätfrost ist eigentlich nichts Ungewöhnliches. Doch die immer früher beginnende Vegetation wird in diesem Fall zum Problem“, erklärt Günther Kurz von der österreichischen Hagelversicherung.

Unwetter mit Hagel, Sturm und Überschwemmungen, die in den Sommermonaten folgten, verursachten heuer in der burgenländischen Landwirtschaft in Summe bereits 10 Millionen Euro Schaden. „Besonders der Weinbau im Mittelburgenland wurde von Wetterextremen schwer getroffen, wo in manchen Lagen nahezu mit Totalausfällen zu rechnen ist. Die Landwirte sind jedoch durch ein hohes Maß an Eigenverantwortung gut abgesichert. So liegt die Durchversicherung bei Hagelschäden im Weinbau bei 75 Prozent und bei Frostschäden bei 55 Prozent“, so Kurz bei einem Lokalaugenschein in Neckenmarkt.

Neckenmarkts Weinbauvereinsobmann Gerald Wieder rechnet heuer zwar mit einer guten Qualität aber auch mit einem Ernteverlust von bis zu 50 Prozent bei den Trauben. „Die tieferen Lagen wurden durch Frost geschädigt. In den höheren Lagen haben zwei Hagel-Gewitter für Schäden gesorgt“, so Wieder. Und Winzerkellerobmann Franz Heincz ergänzte: „Auch wenn mit deutlichen Mengenverlusten zu rechnen ist, hat dies keine Auswirkungen auf die Qualität der Weine.“

Einig waren sich alle drei, dass die Hagelsaison noch nicht überstanden ist. Aus Erfahrung dauere diese im Burgenland bis Mitte September, wobei Starkniederschläge und Hagel gerade jetzt eine große Gefahr für die Trauben darstellen.