Petition für A3-Verlängerung. Der Gemeinderat von Neckenmarkt fordert einen Ausbau der A3 bis zur ungarischen Grenze. Weitere Nachbargemeinden sollen Petition unterstützen.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 17. Juni 2021 (06:41)
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Der Gemeinderat stimmte bei seiner Sitzung einstimmig einer Petition für die Verlängerung der A3 bis zur österreichisch-ungarischen Grenze zu. Die Petition, die an die Landes- und Bundesregierung gerichtet ist, fordert einen Lückenschluss zwischen der Autobahn A3, die derzeit in Wulkaprodersdorf endet und der sich im Bau befindlichen Umfahrung von Sopron (M85), die bis 2024 fertiggestellt wird und an der Grenze bei Klingenbach endet.

Verbindung erhöht Attraktivität der Region

„Wenn sich der Verkehr bei Klingenbach staut, würden die Abgase der im Stau stehenden Autos die Umwelt stark belasten außerdem wäre die Strecke von Deutschkreutz über Horitschon und Lackenbach hin zur S31 oder über Harkau und Neckenmarkt die alternative Verkehrsroute. Im Jahr 2018 wurden bereits 1.000 Fahrzeuge gezählt, die täglich über den Güterweg von Harkau nach Neckenmarkt fahren. Das lässt der Güterweg eigentlich gar nicht zu“, so Bürgermeister Hannes Igler.

In der Petition heißt es außerdem: „Eine durchgängige Autobahnverbindung erhöht die Attraktivität des östlichen Mittelburgenlandes und fördert weitere Betriebsansiedelungen. Die schnellere Erreichbarkeit der Landeshauptstadt Eisenstadt sowie insbesondere des Ballungsraums Wien wertet die Region auch für Pendler und Touristen auf. Eine zunehmende Attraktivität der Region fördert auch den Zuzug“.

Die Gemeinderäte der umliegenden Gemeinden von Neckenmarkt sollen laut Igler demnächst ebenfalls abstimmen, ob es zur Unterstützung der Petition kommen wird. „Je mehr Gemeinden mitmachen, desto höher sind die Chancen unsere Forderungen zu erreichen“, so Bürgermeister Hannes Igler.

Gemeinden aus dem Norden gegen Ausbau

Im Nordburgenland wird der Ausbau der A3 allerdings bereits seit knapp 20 Jahren umkämpft. Im Landesnorden hatte sich auch eine Bürgerinitiative gegen den Ausbau gegründet. Diese forderte den Abschnitt zwischen Wulkaprodersdorf und der ungarischen Grenze (zirka 10 Kilometer) aus dem Bundesstraßengesetz zu nehmen, um so einem Ausbau der A3 den rechtlichen Boden zu entziehen. Der Landtag stimmte dieser Forderung am 16. April 2020 zu. Die Petition der Marktgemeinde Neckenmarkt fordert die Landesregierung nun auf, diesen Entschließungsantrag wieder zu revidieren sowie sich beim zuständigen Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie sowie der ASFINAG für eine rasche Planung und Umsetzung des Erweiterungsprojekts zu verwenden.

Die Bundesregierung, bei der die Entscheidung nun liegt, wird aufgefordert, das Vorhaben zum Lückenschluss zwischen A3 und M85 unter Berücksichtigung eines Lärmschutzkonzeptes zu unterstützen und einer Streichung des Passus „Wulkaprodersdorf - Staatsgrenze bei Klingenbach“ im Verzeichnis 1 des Bundesgesetzes entgegenzuwirken.

„Die Bedenken der Anrainergemeinden im Norden erscheinen zunächst nachvollziehbar, bei genauerer Betrachtung kann eine dauerhafte Verhinderung nicht die Lösung sein. Im Fall einer Nicht-Verlängerung der A3 würde der durch das Nadelöhr entstehende Rückstau zu einer weit höheren Anrainerbelastung als bei einem ausgebauten Autobahnteilstück mit umfassenden Lärmschutzkonzept führen“, heißt es in der Petition.