Soziales Projekt: BUZ baut für Afrika Werkstätten. In Neutal werden Container zusammengestellt, die dann als Werkstätten für schadstoffarme Öfen dienen werden.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 05. Dezember 2018 (04:00)
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Mit einem Ofen. Christian Vlasich und Michael Keinrath mit einem Ofen-Prototyp.
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Im Burgenländischen Schulungszentrum (BUZ) werden in den kommenden Monaten in Containern Werkstätten für Öfen gebaut, die dann nach Afrika gebracht werden sollen. Die Öfen, die von Michael Keinrath aus Mattersburg und Simon Brockmaier aus Leoben mitentwickelt wurden, sind besonders schadstoffarm und effizient. Ein solcher Ofen hält etwa drei Jahre, auch wenn er jeden Tag benutzt wird.

Container-Modell. So könnte ein Container aussehen, der dann von Neutal nach Afrika überstellt wird. Es fehlen allerdings noch die Werkzeuge.
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Er braucht 60 Prozent weniger Brennstoff und es gibt 70 Prozent weniger Emissionen. Nun will man im Rahmen des Projekts „Semina“ – was auf Suaheli „Werkstatt“ bedeutet – kleine Werkstätten bauen, die mobil und daher auch überall einsetzbar sind. Diese sollen in Containern in Zusammenarbeit mit dem BUZ entstehen.

Christian Vlasich, Geschäftsführer des BUZ, wurde im Rahmen der ORF-Initiative „Helfen mit Herz“ auf das Projekt aufmerksam. „Es soll Hilfe zur Selbsthilfe sein und auch die ganze Wertschöpfung soll vor Ort bleiben“, führt Vlasich aus, was ihn besonders auf das Projekt aufmerksam gemacht hat.

Derzeit auf Suche nach Sponsoren

„Wir unterstützen beim Zusammenstellen bei uns am Standort, wir haben auch die Flächen. Gemeinsam müssen wir jetzt schauen, wie wir für das Projekt auch Sponsoren finden können“, so Vlasich. Das BUZ sei auch deswegen so wichtig, weil es die Kontakte zur Industrie hat, das sei unglaublich wertvoll, meinte Michael Keinrath.

Im Container sollen dann auch Werkzeuge hergestellt werden, die für den Bau der Öfen benötigt werden. So werden eine Walzbiegemaschine, eine Falzpresse und eine Abkantmaschine hergestellt. „Wir wollen auch probieren, ob wir eine schwere Blechschere hinbekommen“, führt Keinrath aus. Der erste ausgestattete Container soll im Sommer des kommenden Jahres nach Tansania gebracht werden.

Im Feber soll es eine Erkundungsreise geben, um die Gegebenheiten vor Ort kennenzulernen. Interessenten gibt es auch an vier weiteren Standorten in Afrika. „Das Wichtigste ist, dass das Ganze so simpel ist, dass jeder das auch reproduzieren kann“, erklärt Keinrath. Welche Werkzeuge genau für den Bau der Werkzeuge bzw. Öfen in den Containern gebraucht werden, wurde am Montag im BUZ Neutal besprochen. Die Kosten für einen Container belaufen sich auf 25.000 bis 30.000 Euro, wobei sich davon allein der Transport mit etwa 5.000 Euro zu Buche schlägt.

Michael Keinrath kann sich für die Zukunft noch weitere Container-Module vorstellen, etwa solche mit Photovoltaikzellen für die Stromerzeugung oder für die Wasseraufbereitung.