Vinzenz Fleischhacker hilft zum 29. Mal im Sudan

Vinzenz Fleischhacker baut Wasserpumpstationen im Sudan. Auch das Coronavirus hält ihn nicht davon ab, vor Ort zu helfen.

Erstellt am 26. Februar 2021 | 03:34

Vinzenz Fleischhacker ist im August 2020 seine 29. Reise nach Afrika, genauer gesagt in den Sudan, angetreten. Dort baut er Wasserpumpstationen und bringt somit Trinkwasser zu den Menschen. „Obwohl Corona die Welt im Atem hält, dreht sie sich mit all den anderen Problemen weiter und die Arbeit muss auch gemacht werden, denn Wasser wird immer benötigt auch in Zeiten von Corona“, meint Fleischhacker, der sich kurz vor Weihnachten am weißen Nil selbst mit dem Virus infiziert hatte.

„Vor Ort haben alle nur gemeint, dass ich mich verkühlt habe oder dass ich Malaria habe, was hier sehr verbreitet ist. Über Corona wird hier nur gelacht. Auf meine Frage, warum sie es nicht ernst nehmen, kam eine klare Antwort: ‚Malaria gibt es schon Jahrhunderte und die Wissenschaft hat noch immer kein Gegenmittel zur Bekämpfung gefunden, also warum soll es bei Corona anders sein?‘“, berichtet der Nikitscher.

In Afrika dominiert der Glaube, dass das ausreichende Trinken von Wasser, gesunde Ernährung und beten gegen Malaria und Corona helfen. „Hier denkt man, wenn ein Mensch gesund ist, überlebt er Malaria und Corona , und ich kenne einige, die Malaria haben, auch unter meinen Arbeitern. Wenn sie keine Lust zum Arbeiten haben, nehmen sie oft Malaria als Ausrede“, erzählt der Nikitscher.

Vinzenz Fleischhacker selbst wurde erst am Flughafen in Wien positiv auf das Coronavirus getestet. „Nach Wochen in Afrika habe ich mich auf Weihnachten gefreut und war zum Schutz meiner Eltern, die beide zur Risikogruppe gehören, in Quarantäne. Nicht einmal Heiligabend durfte ich mit meiner Familie verbringen, die Polizei hat mich auch kontrolliert“.

„Ich helfe gerne direkt vor Ort“

Seit 16. Jänner ist Vinzenz Fleischhacker wieder im Sudan und auf einer neuen großen Baustelle am blauen Nil wo er neben seiner beruflichen Tätigkeit auch noch einige Hilfsprojekte betreibt.

Mit der Unterstützung zahlreicher Freunde aus seiner Heimatgemeinde und Umgebung sowie von Gerhard Prior, dem ehemaligen Nikitscher Gemeindearzt, werden viele Spitäler und Bedürftige mit dem Notwendigsten ausgestattet. Weiters wir das Projekt: „NO PLASTIC = FANTASTIC = ONE HOME“ mit der Unterstützung vor Ort weiter vorangetrieben.

„In der Zwischenzeit ist dieses Projekt gegen Plastik sehr bekannt geworden, was mich sehr freut. Da ich auch vom ehemaligen Hotelier und Gastronomen Georg Derdak aus Großwarasdorf hunderte Teddybären bekommen habe, werden diese in den Spitälern usw. verteilt. Man glaubt es nicht, aber die Leute warten schon überall auf mich und die Hilfsgüter. Ich bin hier mittlerweile sehr bekannt geworden, was nicht immer leicht ist“, berichtet Fleischhacker, der einen großen Unterschied in der Mentalität von Afrikanern und Europäern sieht.

„Es ist für uns Europäer nicht immer leicht zu verstehen, und oft sehr kompliziert und unverständlich, trotzdem bin ich der Meinung, das die ‚Hilfe vor Ort‘ das Beste ist. Obwohl ich oft am Verzweifeln bin und mir schon mehrmals gesagt habe, dass es mein letzter Besuch hier ist, hat mich das Afrika-Fieber gepackt. Einmal Afrika, immer Afrika. Afrika braucht Hilfe aber keine Einladung in eine ihm fremde Welt“, ist Fleischhacker überzeugt.