Zwei Rabnitztaler Weine bei Bioweinpreis "vergoldet". Beim Internationalen Bioweinpreis wurde der Blaufränkisch mit Gold, der Muscaris mit Großem Gold prämiert.

Von Michaela Grabner. Erstellt am 12. Juni 2020 (04:19)
Symbolbild
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Über 1.100 Weine aus 27 Ländern wurden beim Internationalen Bioweinpreis 2020 verkostet. Besonders überzeugt zeigte sich die Jury offenbar von der Qualität der eingereichten Weine des Oberloisdorfer Bio-Weinguts Mons de Reuch, denn der Weißwein Muscaris 2019 erhielt mit 97 von 100 Punkten Großes Gold und der Blaufränkisch Goldberg (93 von 100 Punkten) wurde bereits zum vierten Mal innerhalb der vergangenen fünf Jahre mit einer Goldmedaille prämiert.

„Ich bin ein Rattersdorfer, mein Weingarten ist in Mannersdorf und ich lebe in Oberloisdorf. Das ist eine Dreiecksbeziehung.“David Warlits.

„Die in Dreier-Teams agierende Jury setzt sich aus ‚PAR® Certified Mastern‘ zusammen, die jeden Biowein individuell und im Team bewerten. So erhält jeder Kandidat eine nachvollziehbare und objektive Dokumentation seiner sensorischen und önologischen Eigenschaften, die immer in Bezug auf Originalität, Herkunft und Machart bewertet werden“, schildert Winzer David Warlits.

Der prämierte Blaufränkisch habe die Jury durch intensives, kräftiges Rot, Röstaromen, mit Frucht nach Zwetschke und feinen Gerbstoffakzenten überzeugt. „Der Weißwein Muscaris zeichnet sich durch eine mineralisch-würzige Gesamtintensität aus, die das vorhandene Terroir sehr schön widerspiegelt.“

Gereift ist der Wein am Goldberg in Mannersdorf, der sich laut Warlits durch einen hohen Eisenanteil im Boden auszeichnet. Die Bedingungen gleichen jenen am südburgenländischen Eisenberg.

In Mannersdorf und Rattersdorf, woher Warlits stammt, hat es ab dem 16. Jahrhundert Weinbau gegeben – allerdings mittlerweile schon seit vielen Jahren nicht mehr. 2009 hat Warlits mit der Sorte Blaufränkisch sein Weingut in Rattersdorf begründet mit dem Hintergedanken, Qualitätswein in einer Lage abseits der großen Weinbaugebiete des Mittelburgenlandes zu machen.

2012 hat er den ersten Wein abgefüllt, wobei sich der Weinkeller mittlerweile in Oberloisdorf befindet. 2015 machte er bereits die erste Goldmedaille mit dem Blaufränkisch 2013. „Ich bin ein Rattersdorfer, mein Weingarten ist in Mannersdorf und ich lebe in Oberloisdorf. Das ist eine Dreiecksbeziehung.“

Den Namen „Mons de Reuch“ verdankt das Weingut der ersten urkundlichen Erwähnung von Rattersdorf 1279. Der Name bedeutet frei übersetzt „Berg unter Rauch“, was darauf zurückzuführen sein könnte, dass es dort früher Eisenverhüttung gegeben hat. „Wenn es regnet, steigen immer Rauchsäulen über dem Berg auf, dann schaut es aus, als ob der Berg raucht“, nennt Warlits, dessen Weingärten einen Blick auf das Günsergebirge mit dem „Mons de Reuch“ eröffnen, seine eigene Theorie.

Zum Weinbau ist David Warlits durch einen Arbeitskollegen gekommen. „Ich habe mich dann immer intensiver mit dem Weinbau beschäftigt und mich durch Kurse an der Weinbauschule Klosterneuburg weitergebildet“, schildert er. Momentan bewirtschaftet er rund 1,5 Hektar mit Blaufränkisch, Muscaris und Souvignir Gris.

„Für mich ist es wichtig, so gut wie möglich, Wein im Einklang mit der Natur zu produzieren. Durch den biologischen Weinbau beschäftige ich mich intensiver mit der Physiologie der Reben, dem Boden und dem Klima“, so Warlits, dem es ein besonderes Anliegen ist, den Boden und die Bodenfruchtbarkeit für die Zukunft zu erhalten. Er setzt auf pilzwiderstandsfähige Rebsorten (PIWI), wodurch er in den meisten Jahren gänzlich auf Pflanzenschutz verzichten kann.

Auch der goldprämierte Muscaris gehört zu den PIWI-Rebsorten. „Ihr dynamischer Wuchs und ihr Aromapotenzial erfordern viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen in den Wachstumszyklus der Rebe. Schafft man dies, erhält man im Herbst herrlich aromatische und lockerbeerige Trauben mit feinen Muskataromen.“