10 Jahre Ethik-Unterricht: Vorbild für ganz Österreich

Was ab kommenden Schuljahr bundesweit eingeführt werden soll, wird in der HAK Oberpullendorf seit Jahren als Schulversuch gelebt.

BVZ Redaktion Erstellt am 03. Januar 2021 | 03:24
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Beim Unterricht. Annelie Dobrits, Julia Kuhn, Professorin Christina Grubich-Janits und Nikita Grosz.
Foto: HAK

Das Unterrichtsfach Ethik soll ab dem kommenden Schuljahr österreichweit ein Pflichtfach werden für alle Oberstufen-Schülerinnen und -Schüler, die keinen Religionsunterricht besuchen. An der Handelsakademie und Handelsschule Oberpullendorf gehört Ethik-Unterricht als Schulversuch bereits seit über zehn Jahren zum Schulalltag – und die dabei gemachten Erfahrungen sind durchwegs positiv.

„Im Ethik-Unterricht wird selbstständiges und selbstreflektiertes Urteilen und Handeln gefördert“, unterstreicht Ethik-Professorin Christina Grubich-Janits. „Eigene Haltungen und Sichtweisen werden überdacht und aus den erlangten Kompetenzen entwickeln sich neue Handlungsoptionen für die Schülerinnen und Schüler: Wie gehe ich mit meiner Verantwortung für mein Leben um, wie mit meiner Verantwortung gegenüber anderen Menschen, Tieren und der Umwelt?“

Die Ethik ist „die Lehre vom sittlichen Verhalten des Menschen“, genau genommen geht es um das moralische Denken und Handeln in jeder Lebenslage. Die Ethik fragt danach, was richtig oder falsch, gut oder böse ist. Auf diese Fragen gibt es unzählige Antworten, nicht immer nur eine gültige Wahrheit. Im Ethikunterricht werden diese unterschiedlichen Vorstellungen von verschiedenen Seiten beleuchtet. Die Schüler setzen sich mit philosophischen, weltanschaulichen, kulturellen und religiösen Traditionen und Menschenbildern auseinander und betrachten und diskutieren diese aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Im Ethikunterricht haben die Schülerinnen und Schüler die Zeit und den Raum, sich intensiv mit den vielfältigen ethischen Fragen zu befassen und geben den eigenen Gedanken eine Stimme – ein „Training“ und eine Möglichkeit der Persönlichkeitsbildung, die nicht zu unterschätzen sind. „Es entstehen im Ethik-Unterricht immer spannende Diskussionen, weil jedem zugehört wird und man seine Meinung frei äußern kann“, beschreibt Maturantin Julia Kuhn ihre Erfahrungen aus den vergangenen Jahren.

Die Ethik-Gruppen der Handelsakademie Oberpullendorf nehmen auch immer wieder an themenbezogenen Projekten teil, etwa an der Handysammelaktion vom Jane Goodall Institut, das sich für nachhaltige Rohstoffpolitik einsetzt.