Architektenwettbewerb für Krankenhaus startet. Spitalsausbau und S31-Sicherheitsausbau werden im heurigen Jahr fortgesetzt. Masterplan und Flächenumwidmungsverfahren für Businesspark sollen über die Bühne gehen.

Von Elisabeth Tritremmel, Sarah Tesch, Isabella Kuzmits und Michaela Grabner. Erstellt am 08. Januar 2021 (05:07)
Beim Spatenstich für den Spitals-Zubau. Hans Peter Rucker und Manfred Degendorfer (KRAGES), Klaudia Friedl (Pflegeservice Burgenland GmbH), Landeschef Hans Peter Doskozil, Landesrat Heinrich Dorner und Johannes Zsifkovits (PSD) gaben im Juli den offizellen Startschuss für den Bau, der im April in Betrieb genommen werden soll.
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Im April dieses Jahres soll wie geplant der Zubau Süd/Ost beim Krankenhaus in Betrieb genommen werden. Im zweigeschossigen Gebäude finden die Ambulatorien des Psychosozialen Dienstes, die Leitung der Pflegeservice Burgenland GmbH, Dienst- und Wechselzimmer für Ärztinnen und Ärzte sowie Büroräume Platz. Die Investitionssumme beträgt rund drei Millionen Euro.

Weitere 8,5 Millionen Euro sollen in den nächsten Jahren investiert werden. „Im Sinne einer konsistenten und zielgerichteten Umsetzung der Baumaßnahmen der kommenden Jahre im Krankenhaus Oberpullendorf richtet die KRAGES jetzt einen Architektenwettbewerb aus. Der Gewinner und somit der Auftragnehmer für die Planungen wird noch im ersten Quartal 2021 feststehen“, heißt es von der KRAGES.

Dieser Wettbewerb bezieht sich auf den kompletten Neubau der Spitalsküche inklusive Speise- und Veranstaltungssaal mit einer Investitionssumme von 5,3 Millionen Euro, den neuen Aufwachraum in unmittelbarer Nähe zur Intensivstation und mit direktem Anschluss an den zentralen OP-Bereich mit einer Investitionssumme von 1,7 Millionen Euro. Laut KRAGES sei nach wie vor bei beiden Projekten eine Inbetriebnahme 2022/23 das Ziel. Im heurigen Jahr wird das Nebengebäude abgebrochen sowie die Planung und die Ausschreibungen für den Neubau der Küche gestartet.

Als weitere Projekte im Krankenhaus Oberpullendorf sind die Vergrößerung und Übersiedelung der Augenambulanz vom Bauteil O in den Bauteil C vorgesehen, wofür 200.000 Euro investiert werden. Das ist für das erste Halbjahr 2021 vorgesehen. Außerdem sollen im heurigen Jahr die Planungsarbeiten für den Neubau einer CO2-neutralen Energiezentrale (drei Megawatt) und einer Kälteversorgung über die Bühne gehen. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 800.000 Euro. Die Umsetzung soll dann 2022 erfolgen. Außerdem steht die Anschaffung von neuer medizintechnischer Ausstattung wie etwa Ultraschall, Beatmungsgeräte, Endoskopie etc. um rund eine halbe Million Euro an.

S31: Abschnitt soll bis Ende 2021 fertig sein

Kräftig investiert wird 2021 auch wieder in den Sicherheitsausbau auf der Burgenlandschnellstraße S31. Seit Mitte März 2019 baut die ASFINAG die S 31 zwischen dem Knoten Mattersburg und der Anschlussstelle Weppersdorf/Markt St. Martin sicherheitstechnisch aus. Im Fokus dabei: die Trennung der Richtungsfahrbahnen mittels einer Betonleitwand. Im Vorjahr wurde der zweite Abschnitt zwischen Forchtenstein und Sieggraben fertiggestellt und Ende November nahtlos mit den Bauarbeiten im Abschnitt zwischen Sieggraben und der Anschlussstelle Weppersdorf/Markt St. Martin fortgesetzt. Dort soll der Ausbau bis Ende 2021 abgeschlossen sein. Neben der Errichtung der Betonleitwand werden die Fahrspuren verbreitert, zusätzliche Pannenbuchten errichtet sowie neue Gewässerschutzanlagen gebaut. Zusätzlich entstehen bei Kobersdorf und Tschurndorf zwei hochmoderne ASFINAG-Rastplätze, die 22 Lkw- und 18 Pkw-Stellplätze bieten. Während der Bauarbeiten steht eine Fahrspur pro Richtung zur Verfügung, es gilt Tempo 80. Bis die neuen Talübergänge bei Sieggraben fertig sind, Baubeginn ist 2022, stehen bei diesen Brücken bergauf zwei Spuren und bergab eine Spur zur Verfügung. Damit ist gewährleistet, dass Pkw-Lenker langsam fahrende Lkw sicher überholen können. In die Modernisierung der S31, inklusive dem Neubau der Talübergänge bei Sieggraben ab 2022, investiert die ASFINAG insgesamt 144 Millionen Euro.

Vorbereitungen für den Businesspark

2021 soll auch in Abstimmung mit den verantwortlichen Stellen des Landes (Umweltanwalt, Landschaftsschutz, Naturschutz, Raumplanung, Straßenbau, etc.) ein Masterplan für den Businesspark Mittelburgenland, ein interkommunales Betriebsgebiet am Kreisverkehr B61a/B50 zwischen Oberpullendorf und Steinberg-Dörfl, erstellt werden. Bis dato haben 19 der 28 mittelburgenländischen Gemeinden einen Grundsatzbeschluss für eine Beteiligung am Projekt gefasst. Der Masterplan soll als Grundlage für das Flächenwidmungsverfahren in Bauland Betriebsgebiet und eine spätere Bebauung dienen und unter anderem auch ein Grünraum- und Bepflanzungskonzept, ein Energie- und Beleuchtungskonzept (Nutzung der Dachflächen für Photovoltaik-Anlagen, E-Tankstellen,...) sowie ein entsprechendes Verkehrskonzept enthalten. In weiterer Folge wird die Änderung des Flächenwidmungsplans angestrebt. Wenn alles nach Plan läuft, sollen sich in etwa Mitte 2022 die ersten Betriebe ansiedeln könnten – konkrete Interessenten gibt es bereits.

In der Bezirkshauptstadt Oberpullendorf ist für 2021 die Fertigstellung der LED-Straßenbeleuchtung und die Anschaffung eines Rüstlöschfahrzeugs für die Feuerwehr vorgesehen. „Schon die Budgeterstellung hat gezeigt, dass 2021 die Möglichkeiten für Investitionen total eingeschränkt sind“, bringt Oberpullendorfs Bürgermeister Rudolf Geißler auf den Punkt, was derzeit so ziemlich alle Ortschefs beschäftigt. Zur Sanierung der Mittelschule und Musikschule sei zum jetzigen Zeitpunkt keine endgültige Aussage zu treffen, da die letzte Entscheidung über den Finanzierungsplan beim Land Burgenland als Aufsichtsbehörde liege. Seitens der Stadtgemeinde sei man jedenfalls startbereit.

Projekte sollen Zentren beleben

Bereits seit Mitte vorigen Jahres wird in Oberpullendorf am Umbau und der Erweiterung des Raika-Gebäudes gearbeitet. In etwa eineinhalb Jahren soll sich das bestehende Raiffeisen-Gebäude in neuer Art und Weise präsentieren – mit einem neuen Finanz-Center, zusätzlichen Büros, sechzehn modernen Stadtwohnungen für Jung und Alt sowie 51 Stellplätzen – teils überdacht –, 117 Quadratmeter großer Photovoltaikanlage sowie Dachbegrünung. Insgesamt wird ein Bauvolumen von rund 5,5 Millionen Euro in Kooperation mit der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft umgesetzt.

Auch in vielen anderen Gemeinden sind für heuer Planungen bzw. Umsetzungen von Projekten im Zentrum vorgesehen. In Deutschkreutz soll in der Hauptstraße ein Gebäude errichtet werden, wo Polizei, Ärzte und „Betreutes Wohnen“ untergebracht werden. Dafür wurde das ehemalige Gasthaus Weber von der OSG käuflich erworben. In Draßmarkt soll mit dem Bau des Gemeindezentrums begonnen werden, in Piringsdorf ebenfalls mit der Errichtung des Gemeindezentrums samt Musikheim und Wohnen im Alter. Das neue Gemeindeamt in Kobersdorf soll heuer fertiggestellt werden, derzeit rechnet man mit einer Eröffnung Mitte August bis etwa Anfang September.

40. Jahre Kammermusikfest. Unter dem Motto „Sinneserwachen“wird von 8. bis 17. Juli in Lockenhaus das Jubiläum gefeiert. Künstlerischer Leiter Nicolas Altstaedt (r.) wird dazu wie in Vorjahr wieder zahlreiche international renommierte Künstler begrüßen können.
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In Horitschon arbeitet der Bauausschuss an einem Konzept für die Neugestaltung des Dorfplatzes, in Lackenbach wird ein neues Feuerwehrhaus geplant und Vorbereitungen für die Umsetzung wie die Umwidmung des Grundstücks und die Erstellung eines Finanzierungsplans gemacht. In Kroatisch Geresdorf ist man da schon etwas weiter. Dort soll das neue Feuerwehrhaus im Frühling bereits fertiggestellt werden. Danach wird es im Ortsteil Nikitsch mit dem Neubau einer Arzt-Ordination und der Renovierung des Gemeindeamts weitergehen, wobei die Fertigstellung vermutlich erst 2022 sein wird. Schon heuer soll der Zu- und Umbau beim Feuerwehrhaus in Unterpullendorf und gegen Jahresende auch der neue Bildungscampus in Kleinmutschen fertiggestellt werden. In Ritzing ist der Baustart für das Projekt „Betreubares Wohnen“ mit der OSG geplant, in Oberloisdorf ebenfalls mit der OSG jener für ein neues Geschäfts- und Wohngebäude. Endes des Jahres soll das Wohnprojekt für die ältere Generation in Neckenmarkt fertiggestellt sein. In Pilgersdorf soll der Zu- und Umbau des Kindergartengebäudes im Frühjahr starten, in Stoob ist die Erweiterung des Töpfermuseums vorgesehen.

Größere Hochwasserschutzprojekte sind etwa in Raiding hinter dem Lisztzentrum, in Piringsdorf (Hochwasserrückhaltebecken im Ried Piringsdorfer Graben) und Ritzing vorgesehen. Fortgesetzt wird auch das Hochwasserschutzprojekt am Siebenbründlbach in Rattersdorf, im Zuge dessen bis 2023 drei Rückhaltebecken errichtet sowie der Siebenbründlbach auf einer Länge von 630 Meter neu eingedeckt wird. Insgesamt werden 6,75 Millionen Euro investiert.

Bereits im Feber wird das neue Pflegezentrum in Neutal in Betrieb gehen. Eine Eröffnungsfeier soll folgen, sobald Corona dies zulässt. Außerdem soll in den nächsten Wochen der neue Merkur-Markt im Weppersdorfer Gewerbegebiet eröffnen.

40 Jahre Internationales Kammermusikfest

Viele Veranstaltungen, die 2020 coronabedingt nicht stattfinden konnten, sollen heuer nachgeholt werden

wie etwa der „Dan Mladine - Tag der Kroatischen Jugend“ in Großwarasdorf, in dessen Zuge auch das neue Vereinshaus eröffnet werden soll, oder die Feierlichkeiten anlässlich 750 Jahre Neutal samt Eröffnung der Jubiläumsausstellung im MUBA. „Ob diese Veranstaltungen bereits im Mai (um Christi Himmelfahrt) oder erst um den 26. Oktober stattfinden können, lässt sich aus heutiger Corona-Sicht noch nicht sagen. Jedenfalls ist wieder ein buntes Veranstaltungsprogramm für alle Altersgruppen und Interessenslagen geplant“, so Bürgermeister Erich Trummer. „Die Präsentation der neuen Ortschronik, des Jubiläumsfilms und der offizielle Festakt werden im Festveranstaltungsrahmen stattfinden.“

Aber auch 2021 stehen besondere Jubiläen an wie das 40-jährige Bestehen des Kammermusikfests Lockenhaus, das unter dem Motto „Sinneserwachen“ begangen wird, oder der 25. Geburtstag des Naturparks Geschriebenstein. In Raiding soll, wenn es die Situation erlaubt, nach Ostern die Liszt-Bronze des russischen Künstlers Aidyn Zeinalov eingeweiht werden. Außerdem möchte man die Zusammenarbeit mit dem Lisztzentrum intensivieren und ein interessantes Programm abseits des Lisztfestivals ausarbeiten.