Förderwerkstätten-Leiterin geht in Pension. 25 Jahre hatte Elfriede Rosnak die Leitung inne. Zur Pensionierung durfte sie sich über den neuen Zubau in Oberpullendorf freuen.

Von Michaela Grabner. Erstellt am 18. Oktober 2020 (05:12)
Vor dem modernisierten und erweiterten Haus. Zum Abschied möchte sich Elfriede Rosnak auf diesem Weg bei der Geschäftsführung von Rettet das Kind, ihrem Betreuerteam in der Förderwerkstätte und bei den Eltern für die jahrelange gute Zusammenarbeit bedanken. Der neuen Leiterin Rita Keserovic wünschte sie alles Gute bei den neuen Herausforderungen.
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35 Jahre war Elfriede Rosnak in der Förderwerkstätte von „Rettet das Kind“ tätig, davon die letzten 25 Jahre als Leiterin. Mit 1. Oktober ist sie ihren Ruhestand angetreten. Die vielen Erlebnisse mit den Klienten, im speziellen die Ausflüge, und das freie und selbstständige Arbeiten haben ihr immer besonders an ihrem Beruf gefallen. „Man kann seiner Fantasie freien Lauf lassen und mit den Klienten gemeinsam etwas erarbeiten“, so Rosnak. „Ich habe immer gerne gearbeitet. Die Atmosphäre in der Werkstätte war immer eine familiäre.“

Stolz ist Rosnak darauf, dass sie immer ein gutes Verhältnis zu Klienten und Eltern gehabt hat und aufs gute Klima im Team, gab es doch nur aufgrund von Pensionierungen oder Karenz personelle Wechsel. Weiters ist sie auf die Basare stolz, mit denen sich die Werkstätte einen Namen gemacht hat.

„Durch die Größe der Einrichtung gab es immer Kontakt zu den Leuten. Alle Mitarbeiter haben immer geschaut, dass sie Sprachrohr zwischen Familie und Klient sind.“ Elfriede Rosnak

Ihr wohl schönstes Abschiedsgeschenk war aber die Fertigstellung des Zubaus. „Schon seit 15 Jahren war es mir ein Anliegen, dass wir einen Zubau bekommen“, betont Rosnak. Die Förderwerkstätte von Rettet das Kind in Oberpullendorf ist die älteste im Burgenland. 1980 wurde der Betrieb gestartet – damals noch im ehemaligen Rot Kreuz-Haus in der Hauptstraße. 1998 übersiedelte man an den heutigen Standort.

„Seit damals ist das Haus nun erstmals komplett renoviert worden“, so Rosnak. Nachdem der 220 Quadratmeter große Zubau Anfang des Jahres fertiggestellt worden war, wurde auch das bestehende Haus modernisiert. Die früher im Keller untergebrachten Gruppenräume sind ins Erdgeschoss übersiedelt: Die Holzwerkstätte hat mit einem neuen großen Speisesaal im Zubau Platz gefunden, die Keramikwerkstätte im früheren Speisesaal. Dank der Erweiterung gibt es nun Platz für 35 Klienten. „Das alte Haus war ursprünglich für 25 Klienten geplant, zum Schluss waren es 30. Das Haus war einfach schon zu klein und in die Jahre gekommen. Daher bin ich froh, dass es endlich geklappt hat“, meint Rosnak.

Den Umbau hat sie schon gemeinsam mit ihrer Nachfolgerin Rita Keserovic gemanagt. Diese arbeitet seit 18 Jahren in der Förderwerkstätte. „Mir hat immer das selbstständige, freie Arbeiten in der Gruppe gefallen, gemeinsam mit den Klienten etwas erarbeiten und ihre Wünsche berücksichtigen zu können. Das Team ist sehr angenehm“, schildert sie. Und sie bedankt sich bei ihrer Vorgängerin für deren Engagement: „Elfi war als Leiterin immer sehr kompetent. Sie hat sich oft weit über die Dienstzeit hinaus für die Klienten und Mitarbeiter eingesetzt“, so Keserovic, die zuletzt schon als stellvertretende Leitung tätig war. In der Werkstätte gibt es in der Regel zwei große Ereignisse: den Frühlings- und den Weihnachtsbasar.

„Wir haben heuer den Frühlingsbasar nicht gehabt, weil gerade der Lockdown gewesen ist und den den Weihnachtsbasar im Haus dürfen wir auch nicht machen“, denkt Keserovic nun über mögliche Alternativen im Freien nach. „Die Klienten haben dadurch immer ein Ziel vor Augen gehabt, auf das wir hingearbeitet haben – das fehlt jetzt und das merkt man auch“, sagt Keserovic. Wenn es einen Basar gibt, wird natürlich auch Elfi Rosnak dabei sein. Die Zeit in ihrer Pension nutzt sie nämlich nicht nur zum Radfahren, Lesen und vor allem für ihre Enkelkinder. Sie hat auch ein neues „Hobby“: regelmäßige Besuche in der Förderwerkstätte.