Frauenberatungsstelle: Kostenloser Rat in 6.608 Fällen

Finanzielle Probleme sind großes Thema. 298 wurden im Frauenberufszentrum betreut.

Erstellt am 11. April 2020 | 03:23
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10 Jahre Frauenberufszentrum. Erwin Faymann, Helene Sengstbratl und Jutta Mohl vom AMS mit den Mitarbeiterinnen Shobha Hamann, Nina Piniel, Margit Wolf und Martina Möbius waren bei der Eröffnung im April 2010 dabei.
Foto: BVZ

6.608 Beratungs-, Bildungs- und Informationsgespräche hat das Team der Frauenberatungsstelle Oberpullendorf 2019 durchgeführt. Zwölf Mitarbeiterinnen in der Beratung (Einzel, Paare, Gruppen), Projektleitung und Verwaltung sowie acht Honorarkräfte für Angebote wie Rechtsberatung oder Kurse im angeschlossenen Frauenberufszentrum, das heuer den zehnten Geburtstag feiert, stehen Frauen zur Seite. „Wir konnten 1.315 Personen informieren, begleiten und beraten“, schildert Geschäftsführerin Doris Horvath. „384 Frauen haben an unseren Kursen und Weiterbildungsangeboten teilgenommen.“

Grundsätzlich deckt die Frauenberatungsstelle zwei große Bereiche ab: die klassische Frauenberatung (auch mit Mädchenberatung, Paar- und Familienberatung) sowie im Auftrag des Arbeitsmarktservice durchführte Angebote, also das Frauenberufszentrum, die Start up-Beratung für Wiedereinsteigerinnen und die Koordination von FiT (Frauen in Technik).

1.671 von 2.809 Beratungs- und Informationsgesprächen im Vorjahr drehten sich um finanzielle Probleme, Wohnen und Armut. „Wir sehen also, dass der Bereich ‚finanzielle Probleme‘ riesig ist. Meine Kolleginnen sind unermüdlich beschäftigt, den Klientinnen zu helfen, Geld aufzutreiben“, erklärt Horvath. Häufige Gründe für finanzielle Engpässe seien nicht bezahlter (Kindes)Unterhalt der Ex-Partner, leichtfertig eingegangene Bürgschaften/Kredite/Ratenzahlungen, zu hohe Wohnungskosten und schlechte Möglichkeiten zur Einkommenssteigerung, weil Kinderbetreuung nicht gegeben oder die Mobilität eingeschränkt ist.

Häufige Themen bei der Beratung sind auch Beziehung, Familie, Kinderbetreuung und Schwangerschaft (495 Gespräche) sowie Psychische Gesundheit (317 Beratungen).

Frauenberufszentrum besteht seit 10 Jahren

298 Frauen wurden im Frauenberufszentrum betreut, das Clearingberatungen und Workshops für alle Frauen anbietet, die sich weiter bilden möchten, in ihrem bisherigen Beruf nicht mehr weiter arbeiten können oder die noch gar keine Ausbildung abgeschlossen haben. 64 besuchten die Workshop-Reihe „Wissen, was ich will“, 42 nahmen am Workshop „Kompetenzanalyse“ teil. Dazu kommen 656 Clearingberatungen und Laufbahncoachings. „Wir organisierten 72 Praktika und hatten 84 Betriebskontakte, um Plätze für Praktika zu finden. 59 Frauen nahmen an unseren Sprachkursen teil. Für 32 Frauen konnten wir Weiterbildungen organisieren“, schildert Horvath.

Im Bereich Start up wurden 112 Frauen betreut und 419 Beratungsgespräche geführt. Schwerpunkt ist die Überprüfung der Bewerbungsunterlagen und die Unterstützung bei der Stellensuche. Die FiT Koordination begleitet Frauen im Burgenland, die sich für eine handwerklich-technische Ausbildung in einem der FiT-Ausbildungszentren entschließen und kümmert sich um die Umfeldproblematik wie Kinderbetreuung, Mobilität und Finanzielles, um sicher zu stellen, dass diese die Ausbildung auch abschließen können. 1.404 Beratungsgespräche wurden landesweit durchgeführt.

Aktueller Schwerpunkt im Bildungsbereich ist digitales Lernen. Ein anderer Schwerpunkt ist Frauengesundheit. „Mittlerweile ist bekannt, dass sich viele Krankheiten und Medikamente bei Frauen anders auswirken als bei Männern. Dieses Wissen wollen wir mit dem Projekt FEMININA verbreiten und ein breites Spektrum an Angeboten erstellen“, so Horvath.