Klimawandel: Fichten in Gefahr

Vor allem das Mittel- und Südburgenland sei betroffen, so das Bundesforschungszentrum für Wald.

BVZ Redaktion Erstellt am 22. Februar 2017 | 09:27
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Kiefern Wald
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Der Klimawandel wird vor allem im Osten Österreichs mehr Trockenheit und höhere Temperaturen bringen, betroffen davon sind auch das Mittel- und Südburgenland.

„Vor allem in Risikoregionen ist die Waldbewirtschaftung ein wichtiger Faktor, um den Wald klimafit zu machen und so die Herausforderungen der Zukunft zu schultern“, sagte Peter Mayer, Leiter des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW), beim BFW-Praxistag dieses Jahr.

Klimawandel spürbar

Im Bezirk ist der Klimawandel durchaus spürbar, so Herbert Stummer, Obmann von pro Holz Burgenland, der Arbeitsgemeinschaft der burgenländischen Forst- und Holzwirtschaft. Einerseits gäbe es vermehrt Wetterereignisse wie etwa Sturm oder Hagel, die dem Wald schaden.

„Und es gibt auch vermehrten Schädlingsbefall, auch durch Schädlinge, die früher in unseren Breitengraden nicht heimisch waren“, so Stummer weiter.

Vor allem für die Fichtenbestände sehen Forscher des BFW in Zukunft schlechte Voraussetzungen, wenn die Klimaprognosen mit bis zu fünf Grad mehr bis ins Jahr 2100 zutreffen. Stummer führt dazu aus, dass die Fichte eigentlich keine für das Burgenland typische Baumart ist, sondern eigentlich im Mittel- und Hochgebirge heimisch.

„Wir raten den Leuten, bei Aufforstungen keine Fichten zu pflanzen, dafür aber Laubhölzer“Herbert Stummer

„Bei uns ist es ihr zu trocken“, so Stummer. Die angeschlagenen Bäume seien dann auch oft Brutstätte für Borkenkäfer. „Dort haben die Käfer dann leichtes Spiel“, führt Stummer aus. Er ist auch als Forstreferent in der Landwirtschaftskammer und damit auch in der Beratung tätig. „Wir raten den Leuten, bei Aufforstungen keine Fichten zu pflanzen, dafür aber Laubhölzer“, erklärt Stummer.

Außerdem sei es ratsam, eine bunte Mischung an Gehölzern zu verwenden. „Eine Aufforstung ist eine Entscheidung für die nächsten hundert Jahre“, meint der pro Holz-Obmann.

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