ÖVP behauptet Stadtchef, SPÖ gewinnt Mandat

Erstellt am 05. Oktober 2022 | 14:14
Lesezeit: 4 Min
Im Gemeinderat sind nur mehr zwei Fraktionen vertreten. Johann Heisz wurde mit 61 Prozent als Bürgermeister bestätigt.
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Anhaltender Applaus, reihenweises Abklatschen, ein Küsschen auf die Wange da, ein herzhafter Drücker oder anerkennender Schulterklopfer dort: So feiern am Sonntag Abend die ÖVP-Funktionäre ihren Hannes, als der zum Bürgermeister gewählte Johann Heisz endlich im Gasthaus Schlögl eintrifft. Er war noch schnell ins ÖVP-Bürgerbüro gefahren, um die Dankes-Plakate abzuholen.

Sowohl ÖVP als auch SPÖ konnten in der Bezirkshauptstadt gegenüber der Wahl 2017 zulegen: die ÖVP um 2,55 Prozent, die SPÖ um 1,1 Prozent. Während die ÖVP durch dieses Ergebnis ihren Mandatsstand von 13 Mandaten und damit die absolute Mehrheit im Gemeinderat hält, durfte sich die SPÖ über ein zusätzliches Mandat - das zehnte - freuen. Bislang hatten nämlich die Grünen, die diesmal nicht mehr in der Bezirkshauptstadt zur Wahl angetreten sind, einen Sitz im Oberpullendorfer Gemeinderat inne. Klartext Burgenland, das diesmal als dritte Liste an den Start ging, erreichte 2,28 Prozent der Stimmen und verpasste damit den Einzug in den Gemeinderat. Bei der Bürgermeisterwahl konnte sich der im Jänner von der Mehrheit des Gemeinderats gewählte Bürgermeister Johann Heisz von der ÖVP mit 61 Prozent der Stimmen gegenüber Nikolaus Dominkovits von der SPÖ (39 Prozent) durchsetzen.

„Jetzt brauch ich eine Frucade“

„Jetzt brauch ich eine Frucade“, schmunzelte der frisch von der Bevölkerung gewählte Bürgermeister am Wahlabend, nachdem der Applaus im Gasthaus Schlögl abgeebbt war. Frucade ist nämlich schon seit vielen Jahren das absolute Lieblingsgetränk von Johann Heisz, der keinen Alkohol trinkt. „Dein Bier trinke ich, das mache ich noch für dich“, erbot sich darauf scherzend sein Vorgänger als Bürgermeister Rudolf Geißler, der zu einem von Heisz‘ ersten Gratulanten zählte. Das vierzehnte Mandat hatte die ÖVP nur knapp verfehlt. „Wir konnten von einem hohen Niveau noch etwas zulegen. Ich bin überglücklich, wir haben unser Wahlziel erreicht“, bedankt sich Heisz bei seinem Team und seiner Familie, aber auch bei den Mitarbeitern auf der Gemeinde und den Wählern.

„Wir sind uns der Verantwortung, die wir zugesprochen bekommen haben, bewusst und werden unsere Arbeit bestmöglich für alle Oberpullendorferinnen und Oberpullendorfer fortsetzen“
Nikolaus Dominkovits

Letzteren gilt auch der Dank von SPÖ-Spitzenkandidat Dominkovits. Nachdem er erst im Juli das Amt des Vizebürgermeisters übernommen hat, ist er stolz über den Mandatsgewinn nach nur dreimonatigem Wahlkampf. „Wir sind uns der Verantwortung, die wir zugesprochen bekommen haben, bewusst und werden unsere Arbeit bestmöglich für alle Oberpullendorferinnen und Oberpullendorfer fortsetzen“, so Dominkovits. Auch die ungültigen Stimmen hätten aus Dominkovits Sicht wohl das eine oder andere bewegen können, zumal sie beinahe zwei Mandate ausmachen – und bei der Wahlbeteiligung sieht er ebenfalls noch Luft nach oben.

So haben nur 66,51 Prozent der Wahlberechtigten in der Bezirkshauptstadt ihre Stimme abgegeben, das waren nochmals um 4,47 Prozent weniger als noch bei der Gemeinderatswahl 2017. 768 der 2.890 Wahlberechtigten haben von ihrem Wahlrecht gar nicht erst Gebrauch gemacht.

„In Oberpullendorf Stadt ist die Jugend bei der Wahl ausgeblieben. Sonst hätten wir den Einzug geschafft“
Herbert Adelmann

„In Oberpullendorf Stadt ist die Jugend bei der Wahl ausgeblieben. Sonst hätten wir den Einzug geschafft“, ist sich Herbert Adelmann, Landeschef von Klartext Burgenland und selbst Kandidat in Oberpullendorf sicher. „Man muss die unter unseren Erwartungen gebliebenen Ergebnisse schon etwas relativieren – die Bürger können einer neuen Bewegung anscheinend nicht sofort dieses Vertrauen schenken, welches sie zu etablierten aufgebaut haben. Alles in allem haben wir unser primäres Ziel, einmal richtig von der Öffentlichkeit innerhalb kurzer Zeit positiv wahrgenommen zu werden, erreicht. Wir können auf unserer nun wahlkampferprobten Basis weiter aufbauen und bis zur Landtagswahl werden wir so aufgestellt und positiv bekannt bzw. etabliert genug sein, um dort zu reüssieren und für die große Überraschung zu sorgen.“

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