Online-Petition gegen Businesspark-Schnellschuss. Bewegung für ein lebenswertes Oberpullendorf fordert Erarbeitung einer nachhaltigen Entwicklungsstrategie für Region.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 20. November 2020 (03:33)
Online Petition Symbolbild
Symbolbild
Andrey_Popov/shutterstock.com

Unter dem Titel „Nachhaltigkeit für Oberpullendorf statt Businesspark-Schnellschuss“ hat die Initiative „BLOP! – Bewegung für ein lebenswertes Oberpullendorf – Klimastammtisch Bezirk Oberpullendorf“ rund um Unternehmer Dietmar Csitkovics auf www.openpetition.de eine Petition gestartet, die sich an die Stadtgemeinde Oberpullendorf/ Bürgermeister Rudolf Geißler, das Land Burgenland/Landesrat Heinrich Dorner und die Wirtschaft Burgenland GmbH/Harald Zagiczek richtet – Dienstag Abend gab es bereits über 200 Unterstützer. Ziel ist die Klärung der Projektentwicklung „Businesspark“ Mittelburgenland, die Erarbeitung einer nachhaltigen Entwicklungsstrategie für die Region und die Einbindung der Unternehmer und Mitarbeiter der Oberpullendorfer Wirtschaft sowie der Bevölkerung.

„Die nachhaltige Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Oberpullendorf ist den Wirtschaftstreibenden, BürgerInnen und auch allen BesucherInnen von Oberpullendorf ein Anliegen“, heißt es in der Begründung zur Petition. Der Schnellschuss des Businessparks Mittelburgenland bzw. interkommunalen Betriebsgebietes am Kreisverkehr B61a/B50 bringe Unsicherheit für den Wirtschaftsstandort und die Einkaufsstadt Oberpullendorf, weitere Bodenversiegelung trotz vorhandener Flächen und keine erkennbare Nachhaltigkeit mit sich.

„Projekt in mehrjähriger Diskussion entwickelt“

„Dieses Projekt ist kein Schnellschuss, sondern es wurde in mehrjähriger Diskussion entwickelt. Wenn der Bezirk die Chance eines Businessparks hat, sollte er diese ergreifen, um gegenüber anderen Regionen nicht noch weiter an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Wenn mehr Kaufkraft im Bezirk bleibt, wird dies auch der Stadt zugute kommen – so unter dem Motto ‚Lieber am Stadtrand als in Oberwart, der Shopping City oder in Parndorf‘“, meint Bürgermeister Rudolf Geißler zur Petition.

Dort wird argumentiert, dass der Leerstand bereits eines der drängendsten Probleme Oberpullendorfs ist. „Je größer der Leerstand, desto geringer die Kundenfrequenz, wodurch weiteres Sterben der lokalen Kleinbetriebe droht. Durch fehlende Klarheit der Ansiedelungs- und Entwicklungspolitik sind Ortskern und Wirtschaftstreibende der Region in Gefahr“, heißt es. Zum Leerstand kontert Geißler: „Ich spreche offen aus, was viele nur hinter vorgehaltener Hand flüstern: Die Preise für Vermietungen sind vielfach zu hoch! Zu oft höre ich, dass Besitzer ihr Geschäft lieber leer stehen lassen als bei ihren Preisvorstellungen etwas nachzugeben.“

Weiters verweist die Petition darauf, dass es in Ober- und Mitterpullendorf 71 Hektar Betriebsflächen gibt – viele noch unbebaut: „Nutzen wir diese, bevor neue geschaffen werden, da einmal versiegelte Fläche für Generationen verloren ist.“ Dazu meint Geißler, dass so manche Betriebsansiedlung gescheitert sei, weil all diese Flächen in Privatbesitz sind und damit nicht oder nur zu einem unverhältnismäßig hohen Preis zur Verfügung stehen. „Die Aufforderung der Petition, verantwortungsvoll und nachhaltig zu handeln, erhält meine ungeteilte Zustimmung, dies nehme ich allerdings auch für mich in Anspruch.“