Raiffeisenbank Mitte muss 9 Bankstellen schließen

Ab Dezember konzentriert man das Bankstellennetz auf sieben Standorte. Alle Mitarbeiter behalten ihren Job.

Michaela Grabner
Michaela Grabner Erstellt am 20. November 2019 | 04:06
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Raiffeisen Symbolbild
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Foto: APA, Helmut Fohringer

Am 6. Dezember werden die Raiffeisen-Bankstellen in Pilgersdorf, Piringsdorf, Steinberg-Dörfl, Stoob, Lackenbach, Unterkohlstätten, Sieggraben, Forchten-stein und Schattendorf zum letzten Mal geöffnet haben.

Die Raiffeisenbank Burgenland Mitte hat sich entschieden, ihr Bankstellennetz künftig auf sieben leistungsfähige Standorte in Lockenhaus, Mannersdorf, Oberpullendorf, Weppersdorf, Mattersburg, Rohrbach und Wiesen zu konzentrieren.

"Der Bezirk Oberpullendorf hat die höchste Bankstellendichte in ganz Österreich. Trotz Schließungen sind wir in der Region noch immer die Bank mit den meisten Bankstellen" Raiffeisenbank Mitte- Vorstandsdirektoren Adalbert Renner und Josef Koller

Laut den beiden Vorstandsdirektoren Josef Koller und Adalbert Renner liegen die Gründe für diese Entscheidung einerseits im steigenden wirtschaftlichen Druck. „Dies hat vor allem mit der verheerenden Zinssituation zu tun. Wir Banken müssen für bei der Europäischen Zentralbank eingelegtes Geld 0,5 Prozent Strafzinsen bezahlen und können aus dem Zinsgeschäft nichts mehr verdienen“, führt Renner aus. Andererseits könne man nur so dem stärker werdenden Kundenwunsch auf professionelle Beratung durch Spezialisten Rechnung tragen, da die hohen gesetzlichen Anforderungen an Ausbildung und Wissen der Berater sowie die damit einhergehende Spezialisierung nur in größeren Teams erfüllt werden können. „Dies führt dazu, dass wir in kleinen Bankstellen, die Qualität die der Kunde braucht, gar nicht liefern können“, so Koller. „Obwohl Bankstellen wegfallen, gewinnen wir an Qualität durch die Konzentration der Mitarbeiter an wenigen Standorten.“

Zudem hat sich die Kundenfrequenz in den vergangenen fünfzehn Jahren in nahezu allen Bankstellen halbiert. In einer jener Kleinstbankstellen, die nun geschlossen werden, verzeichnete man unlängst an einem Nachmittag nur drei Kunden – für diese standen zwei Mitarbeiter zur Verfügung.

Höchstens zehn Autominuten zur Bank

Beim neuen Bankstellenkonzept wurde von der Geschäftsleitung besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass jeder Kunde die nächstgelegene Bankstelle in höchstens zehn Minuten erreichen kann. Sonst ändert sich für die Kunden nichts, sämtliche bestehende Produkte bleiben unverändert. Für nicht mobile Kunden bietet die Raiffeisenbank in den von der Schließung betroffenen Gemeinden zusätzlich einen kostenlosen, wöchentlichen Shuttledienst zur Fahrt in die nächste Bankstelle.

Außerdem konnte eine Lösung gefunden werden, ohne dass ein einziger Mitarbeiter gekündigt werden muss. „25 Prozent unserer Mitarbeiter gehen in den nächsten zweieinhalb Jahren in den Ruhestand, neun davon bereits im Jahr 2020“, so die Vorstandsdirektoren.

Diese haben nicht nur alle Kunden in einem persönlichen Brief vom neuen Bankstellenkonzept informiert, sondern auch das persönliche Gespräch mit den Bürgermeistern aller betroffenen Gemeinden gesucht. So ist man bemüht, die Gemeinden beispielsweise bei Lösungen in der Frage der Bankomaten vor Ort zu unterstützen.