Hütter in Eisenstadt: „Helfen mit Herz, Hirn und Hand“. Mit dem Oberpullendorfer Dr. Nikolaus Hütter hat das Krankenhaus Eisenstadt einen neuen, aber sehr erfahrenen Oberarzt erhalten.

Von Michaela Grabner. Erstellt am 26. April 2020 (05:31)
Würde wieder Arzt werden. Dr. Nikolaus Hütter hat seine Berufswahl nie bereut.
Andreas Hafenscher

Im Rahmen eines Festakts wurden kürzlich dreizehn neue Oberärzte für das Krankenaus Eisenstadt ernannt – einer von ihnen ist Nikolaus Hütter.

BVZ: Wie lange sind Sie schon am Krankenhaus Eisenstadt tätig?

Nikolaus Hütter: Seit Ende 2019 bin ich im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt an der Orthopädie und Traumatologie unter Primarius Erhart in Teilzeit angestellt. Daneben führe ich weiter eine Privatordination in Oberpullendorf (seit 1999) und eine Kassenordination in Oberwart (seit 2017), die ich auch als Lehrpraxis für die ärztliche Ausbildung führe. Unser gemeinsames Ziel ist es, Krankenhaus und Niederlassung im Fach Orthopädie besser zu vernetzen.

„Ich bin jetzt sehr froh über meine Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Eisenstadt – ein gutes Team mit guten Konzepten.“Nikolaus Hütter

BVZ: War Arzt schon von Kindheit an ein Traumberuf für Sie?

Um ehrlich zu sein: als Kind dachte ich nicht an Berufe. Gebastelt und getüftelt habe ich allerdings immer schon sehr gerne, das hilft mir bis heute. Mit 16 Jahren etwa wusste ich, dass ich als Arzt arbeiten möchte. Ein langes Studium, eine lange Ausbildung, viel Arbeit, viele Patienten. Ich habe es anfangs eher unterschätzt, aber bis heute nicht bereut. Ich würde diesen Berufsweg sofort wieder wählen.

BVZ: Was gefällt Ihnen besonders gut am Arztberuf, was empfinden Sie als herausfordernd?

Ich kann helfen, mit Herz, Hirn und Hand. Ich darf Patienten zuhören, befragen, untersuchen und informieren, um sie bei ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen. Dazu muss ich auch ihre Wünsche und Sorgen verstehen. Ich kann mit gezielten Eingriffen helfen, Verbesserungen zu erreichen, sei es mit klärenden Worten, einem Handgriff, einer Spritze oder einer Operation – oft über Jahre und Jahrzehnte. Die größte Herausforderung ist es, bei aller Arbeit auf die eigenen Grenzen zu achten, um selbst viele Jahre gesund zu bleiben und helfen zu können.

BVZ: Was macht für Sie einen guten Arzt aus?

Spontan fällt mir ein: Demut vor der Schöpfung. Über das Wunder Mensch immer weiter zu lernen. Im Fachgebiet am neuesten Wissensstand zu bleiben und dieses Wissen geschickt in der Praxis anzuwenden, zum Wohle unserer Patienten.

BVZ: Welche sind Ihre medizinischen Spezialgebiete?

In der Praxis untersuche ich Patienten jeden Alters mit allen möglichen orthopädischen Leiden. Vieles kann ich gleich vor Ort behandeln, zum Beispiel mit einer punktgenauen Schmerztherapie. Im Krankenhaus konzentriere ich mich auf die Operationen, die ich schon tausende Male durchgeführt habe: künstliche Knie- und Hüftgelenke, sowie Operationen des Hallux valgus.

Mit welchen Herausforderungen sehen Sie Spitäler in der aktuellen Corona-Krise konfrontiert?

Österreich hat sehr rasch eine gute Richtung eingeschlagen. Sehr wichtig war es, die COVID-19-Verdachtsfälle nicht in Praxen oder Ambulanzen kommen zu lassen, sondern zuhause abzuklären. Unsere Krankenhäuser und Intensivstationen sind gut vorbereitet und ausgebaut. Dafür haben orthopädische Schmerzpatienten bisher viel Geduld bewiesen, fast alle Operationen wurden abgesagt. Die Kunst wird sein, langsam wieder an unseren hohen Versorgungsstandard heranzukommen. In der Praxis haben wir uns schon an einen neuen Arbeitsalltag mit Mund-Nasen-Schutz für alle gewöhnt.