Gastronomen freuen sich, sind aber auch skeptisch

Gastronomen im Bezirk Oberpullendorf hoffen, dass sich Gäste von Corona-Maßnahmen nicht Gusto verderben lassen.

Erstellt am 01. Mai 2020 | 05:23
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Schutzmaskenpflicht für Mitarbeiter mit Gästekontakt. Miriam Perkovits und das Habe D‘Ere-Team erwarten die Gäste zur Wiedereröffnung aber auch mit einem neu gestalteten Garten. Ein Herzstück ist der neue Pizzaofen.
Foto: zVg

Ab 15. Mai dürfen die Gastronomiebetriebe unter gewissen Auflagen wieder öffnen: maximale Öffnungszeiten von 6 bis 23 Uhr, ein Mindestabstand von einem Meter zwischen einzelnen Gästegruppen, pro Tisch maximal vier Erwachsene zuzüglich dazugehöriger Kinder, keine freie Sitzplatzwahl und Nasen-Mundschutz bei Mitarbeitern mit Gästekontakt. Mit einem neu gestalteten Garten geht das Habe D‘Ere in Oberpullendorf wieder Betrieb. „Wir haben die Tische gleich so aufgestellt, dass der notwendige Abstand eingehalten wird“, erklärt Miriam Perkovits vom Habe D‘Ere. Im Innenbereich werde man schon Sitzplätze verlieren. Hier werden die Tische zugewiesen werden. Jedenfalls freue man sich schon aufs Aufsperren.

Auch der Markt St. Martiner Gastronom Josef Muschitz fiebert der Wiedereröffnung entgegen. „Ich glaube aber, dass das Geschäft eher langsam wieder ins Laufen kommt. Ich denke, dass es eher noch eine Weile beim Abholen bleiben wird. Das wird bei uns auch sehr gut angenommen, die Ortsbevölkerung unterstützt uns wirklich sehr.“ Schon vor der Schließung der Lokale hatte es im Gasthaus Muschitz Desinfektionsmittel für die Gäste gegeben. „Punkto Abstand halten haben wir einen großen Saal, daher tun wir uns in der Beziehung leichter“, meint Muschitz.

Auch Kirchenwirtin Anni Heinrich aus Deutschkreutz sieht aufgrund der großzügigen Räumlichkeiten kein Problem mit dem Abstand bei Gästen, die zum Essen kommen. „Schwieriger wird’s bei den Stammgästen, die zum Frühschoppen kommen und bisher zu sechst oder siebent am Tisch gesessen oder an der Budl gestanden sind. Da werde ich wahrscheinlich öfter auf den Abstand achten müssen und sie darauf hinweisen, wenn sie zu nahe beieinander stehen“, meint Heinrich. Für den Sommer hat sie schon einige Zimmer-Anfragen. Ihr Motto lautet „Nach vorne schauen und nicht zurück.“ „Vielleicht bewirkt diese Krise sogar, dass die Österreicher nun mehr Wert auf Regionalität legen und ihren Urlaub im eigenen Land verbringen.“

Corona-Schließzeit für Renovierung genutzt

Das Gasthaus Trummer in Horitschon hat die Corona-Schließungszeit dazu genutzt, das Hotel und den Gasthof zu renovieren, die Arbeiten sind noch nicht ganz abgeschlossen. Die Erwartungen bei Gastronom Mario Trummer halten sich aber in Grenzen, „weil man erst abwarten muss, was man alles machen darf und ob die Touristen auch kommen werden bzw. ob es auch dabei noch Einschränkungen geben wird. Auch bleibt abzuwarten, was die Touristen hier bei uns tun und besuchen dürfen.“ Bei den einheimischen Stammgästen sei die Frage, inwieweit sich diese auf einen Tisch setzen dürfen. „Es wird auf jeden Fall eine spannende Zeit werden“, so Trummer. Mit Skepsis sieht man der Wiedereröffnung angesichts der damit verbundenen Maßnahmen auch im Gasthaus zur Traube in Neckenmarkt entgegen. „Ob sich die Gäste dann wohl fühlen werden, ist die andere Frage. Wir hoffen aber dennoch, dass die Leute kommen.“

Bei Ali’s Cafe-Restaurant-Pizzeria in Stoob führt man seit dies möglich ist einen Zustell- und Abholdienst und hat gute Erfahrungen gemacht. „Die Kunden kamen automatisch mit Maske und haben den Abstand eingehalten. Sie durften nur einzeln das Gebäude betreten und darauf wurde sehr geachtet“, so Walpurga Haslinger-Tarim. „Wichtig ist uns das Tragen von Masken beim Personal, gründliche Hygienemaßnahmen sowie regelmäßige Desinfektion. Außerdem ist der nötige Abstand zu den Kunden und beim Personal wichtig, sowie die Einteilung der Gäste. Ein Anliegen ist uns, dass sich die Gäste auch zukünftig, trotz der Maßnahmen, bei uns wohlfühlen können.“

Gasthaus Roznyak hält weiter geschlossen

Das Gasthaus Roznyak aus Lackendorf bereitet sich auf die Wiedereröffnung nicht vor, denn „wir öffnen sicher nicht“, betont Gastronom Thomas Roznyak. „Es kann nicht sein, dass das Personal mit Nasen-Mundschutz arbeiten muss und die Gäste sich ohne im Lokal bewegen dürfen. Sollte es im Falle einer Öffnung wie oben beschrieben zu einer Ansteckung meiner Mitarbeiter kommen, würde der Betrieb sicher behördlich geschlossen. Und die uns noch verbliebenen Einnahmequellen (Essen auf Räder, Speisenabholung, Verkauf von Tabakwaren und Lotterieartikeln) wären weg und unsere Mitarbeiter im Krankenstand, das heißt auf der Lohnliste bei keinen Umsätzen. Vor ein paar Monaten wurde das Rauchverbot in der Gastronomie durchgesetzt. Es hieß zum Schutz der Mitarbeiter. Wie werden jetzt die Mitarbeiter geschützt?“