Daheim in Lackenbach: Im Fluss der Zeit

Erstellt am 11. August 2022 | 00:00
Lesezeit: 7 Min
Lackenbach
Historische Aufnahme. Leben in Lackenbach in den 1960er-Jahren.
 
Foto: Gemeinde Lackenbach
Im Laufe der Vorbereitungen für das 800 Jahr-Jubiläum wurde viel in der Geschichte Lackenbachs gegraben.
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Die Gemeinde Lackenbach feiert in diesem Jahr ihr 800 Jahr-Jubiläum. Aus diesem Anlass wurde natürlich auch viel in der Geschichte der 1.150-Einwohner-Gemeinde gegraben. Die Ergebnisse dieser Recherchen werden in Form einer Chronik aufbereitet werden. Einige Auszüge aus der Historie Lackenbachs bieten aber auch die Gemeinderatsprotokolle aus der Zwischen- und Nachkriegszeit.

Infrastrukturprojekte der Zwischenkriegszeit

So geht aus den Protokollen aus dem Jahr 1933 hervor, welche Arbeiten die Gemeinde im Zuge der Selitzabachregulierung in Angriff genommen hatte: Die Gemeinde hatte in Eigenregie die Kanalisierung der Haydngasse den Gehweg in der Neugasse – heutige Wienerstraße – sowie die Brücke bzw. den Durchlass am Bahnhofswe errichtet.

Dabei wurde darüber diskutiert, die Zuschüsse aus den Mitteln der produktiven Arbeitslosenfürsorge in Anspruch zu nehmen, welche in der Zwischenkriegszeit dazu dienen sollte, arbeitslosen Menschen Beschäftigung zu verschaffen. Dies wurde allerdings verworfen, da die Gemeinde dann nicht Arbeiter nach ihrem Ermessen hätte anstellen können. Im Jahr 1936 beschloss die Gemeinde Lackenbach den vorläufig auf sechs Jahre ausgelegten Pachtvertrag für ein rund 5.755 Quadratmeter großes Grundstück.

Dieses Grundstück, das an die Antonigasse grenzte, stammte aus fürstlichem Haus und sollte für Sport- und Turnzwecke sowie für Zwecke der vormilitärischen Jugenderziehung genutzt werden. Zwei Jahre später wurde die Errichtung eines Kindergartens in der Gemeinde beschlossen. Als geeigneter Ort wurden das Haus und der Garten der Familie Kohn in der Schlossgasse in Betracht gezogen.

Lackenbach
Turnen. Das Bild zeigt das Sportfestin Lackenbach im Jahr 1952.
Foto: Gemeinde Lackenbach

Die NSDAP in der Gemeinde

Im Jahr 1939 machte sich auch in den Gemeinderatssitzungen der Einfluss der Natiosalsozialisten bemerkbar. So erklärte am 28. April bei einer Beratung mit den Gemeinderäten der damalige Bürgermeister Matthias Scheiber den Anwesenden, vom Amt des Bürgermeisters zurückzutreten. Dieses Vorhaben stieß bei den Gemeinderäten zwar auf Widerstand, eine Woche später wurde allerdings im Auftrag der NSDAP Matthias Hlawin zum Bürgermeister ernannt.

Die Gemeinderatssitzung am 29. August 1945 sah schließlich auf der Tagesordnung auch die Registrierung der Nationalsozialisten vor. Diese wurde laut einem Erlass der Bezirkshauptmannschaft Oberpullendorf in der Zeit von 31. August bis 2. September durchgeführt.

Die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg

Im Jahr 1946 fragte die Bezirkshauptmannschaft bei der Gemeinde wegen einer Kinokonzession an. Für die Gemeinde Lackenbach war klar: Der Lokalbedarf für den Kinobetrieb ist gegeben. Lackenbach erhielt somit eine Kinoanlage, die allen „baulichen, Sicherheits- und gesundheitspolizeilichen Erfordernissen“ entsprach.

Im August 1951 wurde außerdem die Einweihung eines neuen Schulgebäudes beschlossen: Die Einweihung der Hauptschule in Lackenbach wurde nach Abstimmung mit dem Landesschuldirektor für Sonntag, den 16. September 1951, festgelegt. Das betreffende Gemeinderatsprotokoll vermerkt darüber hinaus, dass sechs Stück Schultafeln angeschafft wurden. Darüber nahm man mit der Firma Hutter & Schrantz Verbindung auf.

Die Wurzeln des Unternehmens gehen auf einen der ältesten Betriebe Österreichs zurück.

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