Friedl sagt „Bye Bye“ zur HAK Oberpullendorf

Robert Friedl unterrichtete Englisch an der Handelsakademie und Handelschule und übernahm 2014 die Schulleitung.

Erstellt am 11. März 2021 | 03:45
Abschied Friedl
Abschied. Schulleiterin Sonja Hasler und die Personalvertreter Sigrid Murschenhofer, Jürgen Müller, Eva-Maria Kneisz und verabschiedeten Robert Friedl (2.v.l.) im kleinen Kreis und überreichten das Dekret für den Übertritt in den Ruhestand sowie eine „Dank und Anerkennung“-Urkunde der Bildungsdirektion Burgenland. 
Foto: HAK

Für Robert Friedl gab es viele unvergessliche Momente in seiner Laufbahn in der Handelsakademie/Handelsschule. „Zum Beispiel der erste Schritt als junger Lehrer in die Klasse. Dann die Erinnerung an die ersten Schüler, die ich zur Matura und durch die Matura führte. Weiters Ereignisse wie die Organisation und Durchführung des Abschlusskränzchens (später Abschlussball) als Klassenvorstand mit Schülern der Handelsschule“, erinnert er sich. Aber ganz besonders waren für ihn auch Erlebnisse wie ein vierzehntägiger Aufenthalt an einer Schule und bei Familien mit Schülerinnen in Long Beach in den USA oder die vielen Treffen mit Schülern und Lehrern aus EU-Partnerschulen im Rahmen von Comenius- oder Erasmus-Projekten. „Nicht zu vergessen, die Zeit, als ich gefragt wurde, ob ich die provisorische Leitung der Schule übernehmen würde“, meint Robert Friedl.

Nun trat er seinen Ruhestand an. Friedl war auch lange Lehrer an der Schule. Der größte Unterschied ist für ihn, dass man als Lehrer vor allem mit jungen Menschen konfrontiert ist, als Direktor mit Jugendlichen, mit Erwachsenen und mit all den (administrativen, budgetären, visionären, alltäglichen…) Situationen oder Prozessen konfrontiert ist, die die (Weiter-)Entwicklung der Schule beeinflussen.

Begonnen hat Friedl als Lehrer im Jahr 1986, in einer Zeit, in der „alle noch Einzelkämpfer waren und eigene Unterrichtsmaterialien erstellten, wir uns an der Erstellung von Overhead-Folien als technologische Abwechslung in der Unterrichtsgestaltung erfreuten und mit Schreibmaschine und Matrizen arbeiteten.“ Es folgte die Einführung von Computern.

„Weitere technologische Schritte führten zur Vernetzung – Internet, Schulnetz, Zugänge von außen – und vermehrtem Einsatz von neuen Technologien. Ganz wichtig aber scheint mir der Übergang in allen Gegenständen von der Wissensvermittlung zur Kompetenzvermittlung, der in den vergangenen Jahren auf Schiene gebracht wurde“, betont er.

„Ich denke, ich würde es wieder tun“

Wenn Robert Friedl seine berufliche Laufbahn nochmals beginnen würde, würde er wieder lebenslang „die Schulbank drücken“. „Ich denke, ich würde es wieder tun, weil es mir Freude gemacht hat, weil es eine abwechslungsreiche Arbeit ist, und vor allem, weil es Kontakte mit so vielen jungen Menschen ermöglicht, die zu begleiten, zu formen, auszubilden eine anregende Aufgabe ist“, meint er. 2014 wurde er mit der Leitung der Schule betraut, 2017 offiziell zum Direktor ernannt.

Ein guter Direktor ist für ihn jemand, der sich bewusst ist, dass die Kollegen die tragenden Säulen in der primären Aufgabe der Schule als Ausbildungsstätte für Jugendliche sind. „Eine Person, die aber auch weiß, dass sie in vielen Situationen einfach entscheiden muss – einerseits, weil es erwartet wird, andererseits, weil es vorher schon lange, ermüdende, nicht zielführende Diskussionen gab. Dazu kommt, dass er/sie allen Beteiligten in der Schule mit Wertschätzung entgegentritt und versucht, Probleme im Gespräch zu lösen“, meint er. Ganz wichtig sei außerdem, dass diese Person klare Vorgaben gibt, und dass Ziele bzw. Pläne definiert und besprochen werden.

„Seiner“ Schule wünscht er, dass sie weiterhin als Ausbildungsstätte für Allgemeinbildung und Berufsausbildung wahrgenommen wird, dass sie weiterhin an der Entwicklung praktischer Ansätze in der Ausbildung arbeitet und dass sie, vor allem in Oberpullendorf, weiterhin mit einem guten Klima, mit einer guten Betreuung von Schülern und mit dem Angebot an alle Interessenten aufwarten kann. Und auf die Frage, warum jemand die Handelsakademie oder Handelsschule besuchen sollte, meint er: „Weil neben Allgemeinbildung auch Berufsausbildung angeboten wird und die Qualität der praktischen Arbeit unsere Schüler sehr gut auf viele mannigfaltige Herausforderungen vorbereitet – und das betrifft sowohl fachliche als auch soziale Kompetenz.“

Für seinen Ruhestand hat sich Friedl vorgenommen, Dinge ohne Stress zu erledigen, die früher mit Stress erledigt worden sind, wie etwa Gartenarbeit. „Darüber hinaus möchte ich reisen, um meinen Horizont zu erweitern und da insbesondere Städte besuchen – zum Beispiel Lemberg, Riga, Amsterdam oder Galway – was hoffentlich bald wieder gemacht werden kann“, meint er.