Pilgersdorf

Erstellt am 03. Oktober 2018, 10:20

von BVZ Redaktion

Burgenländer Hof: Gasthaus schloss Pforte. Im Burgenländer Hof entstehen eine Arztordination sowie Wohnungen. Erhaltung des Saals mehrheitlich abgelehnt.

Zum allerletzten Mal wurde am Samstag im Burgenländer Hof aufgetischt – die Gastronomenfamilie Kappel hatte die gesamte Bevölkerung eingeladen – bevor das Gasthaus seine Pforten schloss.

Verkauf bereits über der Bühne

Der Verkauf der Liegenschaft an die Oberwarter Siedlungsgenosseenschaft (OSG) ging bereits über die Bühne, die Übernahme erfolgt in der Woche vor Weihnachten. Die Vertreter der OSG waren am Mittwoch auch unter der großen Zahl an Gratulanten, die Wirtin Elfriede Kappel zu ihrem 70er gratulierte. 59 Jahre hat sie im Burgenländer Hof gearbeitet, der von mehreren Generationen ihrer Familie geführt wurde.

„Ich war elf Jahre alt, als mein Vater gestorben ist, schon damals habe ich mitgeholfen bis zu meinen 70er“, erzählt Elfriede Kappel, die die Gäste auch viele Jahrzehnte selbst bekocht hat. Bekannt war der Burgenländer Hof für seine Leberknödl-suppe, sein Rindfleisch mit Semmelkren, seine Schnitzel und seinen Zwiebelrostbraten. „Ich war immer Mädchen für alles und habe nie Chefin gespielt. Zum Gäste begrüßen bin ich nie gekommen, weil ich immer gearbeitet habe“, erinnert sich die Wirtin zurück.

Praxis und Wohnungen statt Gaststube und Saal

Das Gasthaus beschäftigte in der Vorwoche auch den Gemeinderat. Die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft hat die Liegenschaft gekauft. In Ansprache mit der Gemeinde werden dort im Obergeschoss vier Startwohnungen errichtet.

Für das Erdgeschoss standen zwei Varianten zur Wahl: So wäre neben der Errichtung einer Arztordination entweder die Erhaltung des vorhandenen Saals für Veranstaltungen oder die Schaffung von drei Kleinwohnungen für Betreubares Wohnen möglich gewesen.

Mit den Stimmen der ÖVP wurde mehrheitlich die Variante mit den Wohnungen beschlossen. Sowohl Bürgermeister Ewald Bürger als auch Gemeindeparteiobmann Robert Bürger verwiesen dabei auf eine Besprechung mit den Vereinsverantwortlichen und dem Ortsausschuss, bei der einhellig herausgekommen sei, dass man den Saal nicht brauche. Die SPÖ stimmte für den Saal.

„Ich denke mehr an die Bevölkerung, wo geht man nach Begräbnissen hin, wo mit Geburtstagsfeiern“, argumentierte Thomas Ruf (SPÖ). „Wenn man in Richtung Erhaltung des Saals geht, kann man das in ein paar Jahren ändern. Wenn man gleich sagt, man macht Wohnungen, ist die Sache gegessen.“