Stoob: Rauferei mitten auf Landstraße

Mitten auf der Fahrbahn begannen zwei Frauen zu raufen. 24-jähriges Opfer sagte vor Gericht aus: „Sie ging auf mich los wie eine Wilde!“

Erstellt am 04. März 2021 | 05:55
Wut Autofahrerin Wutfahrerin Pkw
Symbolbild
Foto: pathdoc/shutterstock.com

Bei ihrer Fahrt durch Stoob musste sich eine 46-jährige Ungarin am 16. September 2020 über die Fahrweise der Lenkerin vor ihr sehr ärgern. „Ich sah, dass im Fahrzeug zwei Damen sitzen und sich unterhalten“, berichtete die Ungarin vor Gericht. Immer wenn die Frauen miteinander sprachen, sei die Lenkerin langsamer geworden. „Das ging durch die ganze Ortschaft!“, beschwerte sich die Ungarin, die sich wegen Nötigung, Körperverletzung und Gefährdung der körperlichen Sicherheit vor Gericht verantworten musste.

Vor einer Seitenstraße sei die Lenkerin vor ihr plötzlich stehen geblieben, um ein Fahrzeug in die Hauptstraße einfahren zu lassen. „Ich musste eine Notbremsung einleiten, damit es nicht zum Zusammenstoß kommt“, berichtete die Ungarin. Sie habe gehupt und die Hände „fragend“ erhoben.

Daraufhin sollen die Frauen vor ihr die Seitenfenster geöffnet und den Mittelfinger gezeigt haben. „Eine zeigte links den Mittelfinger, die andere rechts?“, fragte Richterin Doris Halper-Praunias. „Ja. Soll ich es Ihnen zeigen?“, bot die Angeklagte an. Darauf verzichtete die Richterin dankend.

Den Mittelfinger habe sie nicht gezeigt, sagte dazu die 56-jährige Lenkerin, die im September den Zorn der Ungarin auf sich gezogen hatte. „Das ist nicht mein Stil!“

Ihre 24-jährige Beifahrerin hingegen räumte ein, die obszöne Geste ausgeführt zu haben: „Weil es mir gehörig auf die Nerven geht, wenn Leute von hinten hupen.“ Sie war es auch, die nach der Ortschaft ausstieg, als die Ungarin überholt und unmittelbar vor dem Citroen C1 der 56-Jährigen stehen geblieben war. „Mitten auf der Fahrbahn! Dort ist schon 100!“, empörte sich die 24-Jährige. Ihre Freundin habe eine Notbremsung machen müssen, dabei sei der Coffee-to-go, den die Jüngere in der Hand hielt, im Wageninneren verschüttet worden. Die Ungarin sei ebenfalls ausgestiegen. „Sie ist gleich auf mich losgegangen wie eine Wilde“, berichtete die 24-Jährige.

Rauferei auf Fahrbahn

Mitten auf der Fahrbahn begannen die Frauen zu raufen. Die Ungarin habe auf sie eingetreten und eingeschlagen und sie an den Haaren gezogen, sagte die 24-Jährige. „Sie wollte gar nicht mehr loslassen. Das tat so weh!“

Die Angeklagte behauptete, dass die Lenkerin des Citroen nach der Ortseinfahrt mitten auf der Fahrbahn stehen geblieben sei. Daraufhin habe sie überholt und habe vor dem Auto angehalten. „Warum fahren Sie nicht weiter?“, wunderte sich die Richterin. „Ich dachte, vielleicht wollen sie mir etwas sagen“, argumentierte die Ungarin. Die Attacken auf die 24-Jährige bestritt sie: „Dazu bin ich nicht in der Lage“, sagte die Ungarin. „Ich bin nicht so der aggressive Typ.“

Die Richterin glaubte ihren Schilderungen nicht und verurteilte die Frau zu 960 Euro Geldstrafe. An die 24-Jährige muss sie 360 Euro Schmerzensgeld bezahlen.

„Ich glaube, dass Sie sich ganz furchtbar über die Fahrweise der anderen Lenkerin geärgert haben!“, erläuterte die Richterin das Urteil. Dieses ist nicht rechtskräftig.