Kalkgruben: Wiege der Bürgermeister. Gleich drei der amtierenden Bürgermeister des Mittelburgenlands stammen ursprünglich aus dem 350 Einwohner-Dorf Kalkgruben.

Von Elisabeth Tritremmel. Erstellt am 03. August 2018 (05:00)
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Erich Zweiler, Ernst Horvath und Johann Horvath
Drei Bürgermeister aus einem Ort. Erich Zweiler (Weppersdorf), Ernst Horvath (Ritzing) und Johann Horvath (Mannersdorf) stammen aus dem mittelburgenländischen Ort Kalkgruben
Tritremmel

„Auf die Mülibroada“ wurde am Samstagnachmittag in Kalkgruben angestoßen. „Mülibroada“ ist der Spitzname der Einwohner des Ortsteiles Kalkgruben in der Gemeinde Weppersdorf im Mittelburgenland. Angestoßen wurde bei dieser Gelegenheit auf die Tatsache, dass gleich drei der derzeit amtierenden Bürgermeister im Bezirk Oberpullenorf aus dem 350 Einwohner „starken“ Ort kommen.

„ Ist schon etwas Außergewöhnliches“

Der „Hausherr“, Weppersdorfs Bürgermeister Erich Zweiler, meinte zu seinen Amtskollegen Ernst Horvath (Ritzing) und Johann Horvath (Mannersdorf): „Es freut mich, dass ihr zwei von der Idee angetan wart, dass wir uns hier treffen. Es ist schon etwas Außergewöhnliches, dass drei gleichzeitig amtierende Bürgermeister aus Kalkgruben kommen.“ Erich Zweiler wurde die Politik quasi in die Wiege gelegt: sein Vater war als Vizebürgermeister tätig, seine Mutter ist bei den Pensionisten engagiert.

Ernst Horvath hat jahrzehntelang das bekannte Restaurant Horvath in Ritzing geführt und war außerdem bundesweit Experte für die Lehrlingsausbildung sowie Spartenobmann der Gastronomie im Burgenland. Er ist bei der vergangenen Wahl als Quereinsteiger in die Politik gekommen. „Das Vertrauen der Leute musst du dir erarbeiten“, ist Ernst Horvath überzeugt.

Sein Namenskollege Johann Horvath ist mit zehn Jahren aus Wien nach Kalkgruben gekommen, ehe es ihn in den Mannersdorfer Ortsteil Rattersdorf verschlug. Dort begann er Fußball zu spielen, war im Theater- und Skiverein aktiv und auch als Kommandantstellvertreter bei der Feuerwehr. Fünf Jahre war er Ortsvorsteher von Rattersdorf, er wurde 2017 zum Bürgermeister gewählt.

Gemeinsam Fußball und Schi gefahren

„Wir drei haben nie gestritten“, erinnert sich Erich Zweiler. Die drei Bürgermeister haben in ihrer Jugend unter anderem gemeinsam Fußball gespielt und sind zusammen Schi gefahren. Auch wenn die drei Parteigrenzen trennen (Erich Zweiler und Johann Horvath sind SPÖ-Bürgermeister, Ernst Horvath von der ÖVP) so sehen sie das Miteinander – auch in ihren jeweiligen Gemeinderäten – als wichtig an. „Ohne Zusammenarbeit geht nichts“, so Johann Horvath.