Vom Hotel zum Pflegezentrum: Feier zum 25-Jahr-Jubiläum

Erstellt am 24. August 2018 | 04:00
Lesezeit: 4 Min
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Leitet das Pflegezentrum. Geschäftsführer Franz Drescher und sein Team können auf 25 erfolgreiche Jahre zurückblicken.
Foto: zVg
Im Dezember 1993 startete das Pflegezentrum Drescher mit 34 Pflegeplätzen. Heute ist das Pflegezentrum für 64 Menschen ein zweites Zuhause geworden.
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Das Pflegezentrum Drescher Raiding feiert am 2. September sein 25-jähriges Bestandsjubiläum. Die BVZ sprach mit Geschäftsführer Franz Drescher über die vergangenen 25 Jahre.

BVZ: Wie ist es zu der Gründung des Pflegezentrums gekommen?

Franz Drescher: Das Pflegezentrum Raiding wurde nicht erbaut, es ist nach und nach gewachsen und ein Mauerstein nach dem anderen wurde gelegt, immer der jeweiligen Zeit und ihren Bedürfnissen entsprechend angepasst worden. Der Grundstein wurde schon 1918 mit der Gründung des Gasthauses gelegt, denn Gastfreundschaft ist und bleibt auch nach 100 Jahren Familienbetrieb immer ein wichtiger Bestandteil unserer Philosophie. Die wirtschaftlich schwere Entscheidung, das bestehende Hotel Restaurant in ein Pflegeheim umzubauen, traf mein Vater im Jahr 1993. Es war damals eine ganz andere Zeit in Sachen Pflege- und Hygienestandards sowie Pflegekriterien waren alle samt noch in den Kinderschuhen und mit den jetzigen nicht vergleichbar. Das einzige was immer war und weiter bleiben wird, ist die freundliche, einfühlsame auf die Bedürfnisse der Bewohner abgestimmte Pflege und Betreuung.

BVZ: Mit vielen Bewohnern/Betten habt Ihr begonnen?

Drescher: Eröffnet wurde das Pflegeheim im Dezember 1993 mit 34 Pflegeplätzen.

BVZ: Was unterscheidet Euch von anderen Pflegeheimen?

Drescher: Alle burgenländischen Alten- und Pflegeheime leisten eine gute Arbeit. Wir arbeiten zum Wohle der älteren Generation auch sehr gut zusammen, tauschen uns in der ARGE Heime Burgenland regelmäßig aus und behandeln aktuelle Themen, wie zum Beispiel gemeinsame Fort -und Weiterbildungen der Pflegemitarbeiter.

BVZ: Eine Besonderheit ist die neue Demenzstation. Wie wird diese aufgenommen?

Drescher: Das Feedback, das wir bis jetzt bekommen war wirklich sehr gut. Es war einfach notwendig, hier einen Bereich zu schaffen, wo Bewohner, die an Demenz erkrankt sind, individuell und mit erhöhter Aufmerksamkeit betreut werden können. Die Ausstattung ist speziell abgestimmt auf die Bedürfnisse demenziell Erkrankter. Die besonderen Aus- und Fortbildungen der Mitarbeiter in diesen Bereich machen es zu dem was es ist — ein Ort der Geborgenheit und Sicherheit mit professioneller Betreuung.

BVZ: Welche weiteren Formen der Betreuung gibt es bei euch?

Drescher: Unser Schwerpunkt lag in den vergangenen Jahren auch andere Betreuungsmodelle zu errichten, wie zum Beispiel das Betreute Wohnen Plus oder jetzt die Tagesbetreuung, um ein Gesamtpaket auf die Bedürfnisse der jeweiligen Pflege und Betreuungsstufe abgestimmte Modelle zu realisieren.

BVZ: Welche Herausforderungen werden noch in der Zukunft für die Pflege zukommen?

Drescher: In der Zukunft werden uns sehr viele Herausforderungen bevorstehen. Alleine aufgrund der demografischen Entwicklung werden künftig weitere Betreuungs- und Pflegeformen gefragt sein. Nur Alten- und Pflegheime werden nicht die Lösung sein. Es wird weitere Ausbaustufen geben müssen, um schwerstpflegebedürftigen Menschen die optimale Versorgung zu gewährleisten. Genauso müssen neue alternative Wohnformen für geringere Pflegestufen bis oder inklusive vier weiter ausgebaut und das Angebot hier auf die Möglichkeiten der jeweiligen Standorte angepasst werden. Ein gutes Beispiel dafür ist das Betreute Wohnen plus in Kombination mit einem Pflegeheim oder einer Tagesbetreuungseinrichtung. Hier sehe ich noch sehr viel Potenzial. Aber auch die Evaluierung der 24 Stunden Pflege ist ein großes Thema. Es wird wichtig sein — auch um eine langfristige, qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen — auf ein breites Spektrum an Angeboten zu setzen, um auch einer etwaige Überversorgung entgegenzuwirken und die finanziellen Ressourcen bedarfsgerecht bzw. zielgerecht einzusetzen.

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