22 Flüchtlinge in Kastenwagen gepfercht. 22 Flüchtlinge, darunter ein dreijähriges Kind, pferchte ein Rumäne in seinen Kastenwagen.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 14. März 2019 (04:49)
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Symbolbild

Am 4. Dezember 2018 wurde bei Rattersdorf ein Ford Transit Kastenwagen gestoppt, der zuvor die österreichisch-ungarische Grenze passiert hatte. Die Polizisten öffneten die Türen des fensterlosen Laderaumes. 22 Menschen, Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak, kauerten auf dem kalten Eisenboden. „Mehrere Stunden dauerte die Fahrt“, berichtete Staatsanwältin Verena Strnad. „Es war kalt, es stank, es gab wenig Luft. Und die Menschen konnten sich nicht anhalten.“

Nicht mehr als 0,33 Quadratmeter seien jeder Person in dem engen Laderaum zur Verfügung gestanden. Der Lenker, ein 40-jähriger rumänischer Hilfsarbeiter, wurde als Mitglied einer kriminellen Vereinigung wegen des Verbrechens der Schlepperei angeklagt. Verschärfend kam hinzu, dass er die Flüchtlinge in einen „qualvollen Zustand“ versetzte. Unter den Geschleppten befand sich auch ein dreijähriges Kind.

„Ich habe es für meinen Sohn gemacht“

„Er hat ein schwieriges Leben“, ersuchte der Verteidiger um Verständnis. „In Rumänen ist es nicht so einfach wie bei uns.“ „Ich habe es für meinen Sohn gemacht“, berichtete der Angeklagte. „Er hat eine Strafe von fünf Monaten bedingt bekommen. Ich hätte noch 2.700 Euro zahlen müssen, damit er freigeht.“ Mehr wolle er nicht sagen. „Er ist einer von vielen ersetzbaren Lenkern“, berichtete jener Polizist, der die Ermittlungen geführt hatte. Der Angeklagte gehörte einer Gruppierung an, die mehrere Schlepperfahrten durchgeführt hatte. Außer ihm wurden noch zwei weitere Personen verhaftet.

Der Schlepper wurde zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. „Die Strafe wäre ohne Geständnis noch deutlich höher ausgefallen“, warnte Richterin Birgit Falb. Es handle sich um einen „besonders schlimmen Fall einer Schleppung“. Das Schlepperproblem sei seit 2015 virulent, wer jetzt noch Schleppungen durchführe, habe keine besondere Milde verdient. Der Angeklagte nahm das Urteil an.