Land kauft Synagoge Kobersdorf. Das Land kauft die Synagoge Kobersdorf und plant eine umfassende Sanierung und Adaptierung als Veranstaltungsstätte.

Von Elisabeth Tritremmel. Erstellt am 06. Juni 2019 (10:38)
Landesmedienservice

„Uns ist das kulturelle und vor allem das jüdische Erbe im Burgenland ein besonderes Anliegen“, betont Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.  „Die Israeltische Kultusgemeinde Wien als zuständige Kultusgemeinde auch für das Burgenland begrüßt den auf Initiative von Landeshauptmann Doskozil erfolgten Kauf des Gebäudes der ehemaligen Synagoge Kobersdorf, dem einzigen noch existierenden freistehenden Synagogengebäude der ,Sieben Jüdischen Gemeinden‘ des Burgenlandes. Es wird damit nicht nur ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur geleistet, sondern gerade in Zeiten eines steigenden Antisemitismus auch durch die geplante kulturelle Verwendung das wichtige und richtige Zeichen gesetzt“, kommentierte IKG-Präsident Oskar Deutsch.

Bereits in den nächsten Wochen sollen  erste Maßnahmen sowohl am Grundstück als auch am historischen Gebäude begonnen werden. Anschließend soll ein Sanierungskonzept erarbeitet und die Synagoge generalsaniert werden. Die Arbeiten erfolgen wie in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt. Ziel sei  es, das Gebäude so weit wie möglich in den ursprünglichen Zustand zu versetzen.

Das Gebäude soll nach der erfolgten Generalsanierung ein Kultur-, Wissenschafts- und Bildungszentrum mit einem Schwerpunkt auf regionaler jüdischer Kultur und Geschichte sein und einen regelmäßigen Veranstaltungsbetrieb (geführt von der landeseigenen Kulturbetriebsgesellschaft) entfalten. Geplant sind dabei Kooperationen mit verschiedenen Institutionen.

Die Restaurierung wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Die baulichen Maßnahmen werden von der BELIG – Beteiligungs- und Liegenschafts GmbH durchgeführt.

Einen ersten Blick auf die Synagoge können Interessierte bereits in der Zeit der Schlossspiele Kobersdorf werfen. Zumindest der Außenbereich des Gebäudes wird ab 3. Juli eine Stunde vor Vorstellungsbeginn für Besucher der Schlossspiele zugänglich gemacht.