Jeder Mittelburgenländer hat 1.023 Euro Schulden. Die Gesamtschulden der 28 mittelburgenländischen Gemeinden liegen bei 38,506.499 Euro.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 22. November 2017 (09:02)
Höchste freie Finanzspitze pro Kopf: Dieser konnte sich 2016 Neutal rühmen.
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Die Burgenländische Gemeindefinanzstatistik für 2016 wurde präsentiert. Landesrätin Astrid Eisenkopf freut sich, dass der öffentliche Schuldenstand der 171 Gemeinden trotz höherer Investitionen in kommunale Infrastruktur und steigender Pflichtausgaben weiter verringert werden konnte.

38,506.499 Euro Gesamtschulden

Die Gesamtschulden der 28 mittelburgenländischen Gemeinden betragen 38,506.499 Euro. Legt man dies auf die Einwohnerzahl des Bezirks um, würde dies bedeuten, dass jeder Mittelburgenländer 1.023 Euro Schulden hat. Das sind um 34 Euro weniger als 2015 und um 59 Euro weniger als die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung im Burgenland, die bei 1.082 Euro liegt.

Die höchste Pro Kopf-Verschuldung im Bezirk hatte 2016 Steinberg-Dörfl mit 2.936 Euro. Bürgermeisterin Klaudia Friedl begründet dies damit, dass das Gemeindezentrum mit Arztpraxis, Cafe und Jugendräumen, eine Investition auf Jahrzehnte, übers außerordentliche Budget finanziert wurde. In anderen Gemeinden würden solche Investitionen in KGs ausgelagert und seien daher nicht sichtbar.

Lackenbach ohne Schulden

Gar keine Schulden hat Lackenbach. „Das gute Finanzgefüge wurde bereits durch meinen Vorgänger Heinrich Dorner aufgebaut. Wir werden jetzt aber für den Umbau des Polizeihauses ein Darlehen aufnehmen. Es ist schön, wenn wir keine Schulden haben, aber wenn es sinnvoller ist, zu investieren, sind Schulden auch kein Problem“, so Ortschef Christian Weninger.

Über die höchste freie Finanzspitze pro Kopf konnte sich 2016 Neutals Ortschef Erich Trummer freuen: „Dies ist ein Ergebnis von jahrelanger intensiver Arbeit. Auch die Strategie der aktiven Betriebsansiedlungen kommt hier zu tragen. Aufgrund der Finanzkraft hat Neutal mit Abstand die höchsten pro Kopf-Abzüge und Beiträge für die gemeinschaftlichen Aufgaben für Soziales und Gesundheit mit der Auswirkung, dass wir in diesem Jahr keine Ertragsanteile erhalten. Diese werden zu hundert Prozent für diese Abgaben vom Land einbehalten.“

Nikitsch wies dagegen 2016 eine freie Finanzspitze von -1.699 Euro pro Kopf auf. Eisenkopf betont, dass für eine aussagekräftige Analyse der Finanzsituation einer Gemeinde die Ergebnisse mehrerer Jahre herangezogen und jährliche Schwankungen und Einmaleffekte berücksichtigt werden müssen. Zudem müssten Teilbereiche des Gemeindehaushalts berücksichtigt werden, die in den statistischen Auswertungen nicht enthalten sind, wie Ausgliederung bestimmter Bereiche in eigene Gesellschaften oder die Übertragung von Aufgaben auf Gemeindeverbände.

 

Die Zahlen im Überblick:

Finanzübersicht_im_Bezirk_Oberpullendorf.pdf (pdf)