Markt St. Martin schwingt im Takt für Körper & Geist. Am Mittwochnachmittag trifft sich eine Gruppe Tanzbegeisterter, um ihrer Leidenschaft zu frönen. Man würde sich auch über Zuwachs freuen.

Von Elisabeth Tritremmel. Erstellt am 17. April 2019 (04:03)

„Rechts, tip, links, tip“, gibt Maria Morawitz den Tänzern am Mittwochnachmittag den Takt vor. Jede Woche trifft sich die Gruppe unter dem Motto „Tanzen ab der Lebensmitte“, um im Rhythmus eine heiße Sohle aufs Parkett zu legen. Schon seit September 2005 gibt es das Angebot.

„Ich habe in Bad Sauerbrunn getanzt und dann auch dort die Gruppe übernommen“, erinnert sich Morawitz. Ein Kurgast aus dem Bezirk habe dann angefragt, ob nicht auch eine Gruppe in Markt St. Martin möglich wäre. Anfangs waren es etwa zehn Leute, zurzeit tanzen in Markt St. Martin etwa zwölf bis fünfzehn Personen. Nur im Juli und August ist Pause, auch zu Weihnachten gibt es eine kleine Tanzunterbrechung.

Auf dem Programm stehen viele verschiedene Tänze, es gibt ein großes Repertoire, aus dem man schöpfen kann. Dieses reicht von Walzer, Polka bis zu Line Dance und Blocktänzen, Kreistänzen und Samba. Die Tänzer finden sich allein, in Paaren, zu dritt, viert oder auch alle gemeinsam im Kreis ein, um zusammen das Tanzbein zu schwingen.

„Wir tanzen alles gern, aber am liebsten haben wir schwungvolle Tänze. Mein Lieblingstanz ist der Cha-Cha-Cha. Das haben wir auch mühevoll geübt“, erzählt Teilnehmerin Helga Engelmann.

„Freude an Musik und Tanz sollte man haben“

Bei „Tanzen ab der Lebensmitte“ kann man jederzeit einsteigen, es sind keine speziellen Vorkenntnisse notwendig. „Freude an Musik und am Tanz sollte man mitbringen, das ist das Um und Auf“, betont Morawitz. Zuwachs sei gewünscht, man kann bei Interesse jederzeit vorbeikommen und mittanzen.

In der Gruppe in Markt St. Martin gibt es derzeit zwei männliche Tänzer – wobei einer davon mit 88 Jahren auch der älteste Teilnehmer ist: Feri Binder kommt mit Gattin Elke seit Beginn zu den Tanznachmittagen nach Markt St. Martin.

„Wir waren jahrelang in der Tanzschule in Wiener Neustadt und haben auch Tanzprüfungen abgelegt“, erinnert sich Elke Binder. Schließlich stieß man zur Gruppe in Markt St. Martin. „Wenn einer von uns meint, heute gehen wir nicht, dann sagt der andere: ‚Komm, gehen wir, das können wir nicht auslassen‘“, erzählt sie weiter, wobei sie augenzwinkernd hinzufügt: „Aber mein Mann ist da eigentlich schon ehrgeiziger.“

Auch der gesellige Aspekt kommt bei den Treffen von „Tanzen ab der Lebensmitte“ nicht zu kurz: so laden die jeweiligen Geburtstagskinder die Gruppe zu Kaffee und Mehlspeisen ein und bekommen von den Tänzern und Maria Morawitz ein kleines Geschenk. Außerdem dürfen sie sich zum Ehrentag auch einen Tanz wünschen – wobei Maria Morawitz durchaus auch sonst für Wünsche der Tänzer offen ist.

„Hirn einschalten“ beim Tanzen

„Tanzen ist gesund für Körper und Geist, das Hirn arbeitet mit. Und eine Stunde Tanzen verbrennt 300 Kalorien“, führt sie lächelnd aus. Und wenn aus dem Lautsprecher „Achy Breaky Heart“ kommt und die Tänzer einen „Fox-Mixer“ mit „Schritt, Schritt, Wechselschritt“ tanzen, meint sie: „Wechsel von links nach rechts – Das sind die Tänze, bei denen man das Hirn einschalten muss.“