Prozess um Tiermast: Hoher Schaden verursacht. Vom Vorwurf der Untreue wurde ein Unternehmer im Zweifel freigesprochen. Er hatte ein Mastsystem teuer verkauft.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 17. November 2016 (05:00)
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Ein 57-jähriger Unternehmer aus dem Mittelburgenland stand vor Gericht, weil er landwirtschaftlichen Unternehmen, darunter auch Betriebe im Bezirk Mattersburg, im Dezember 2008 um viel Geld ein Tiermastsystem verkauft haben soll, das den Preis nicht wert gewesen sein soll.

Schaden von 936.000 Euro

Dadurch soll ein Schaden von 936.000 Euro verursacht worden sein. Sein ehemaliger Geschäftspartner machte am zweiten Verhandlungstag in der Vorwoche aber nicht mehr wie anfangs einen Schaden von knapp 1,5 Millionen Euro geltend, sondern forderte nur mehr 82.920 Euro. Der Unternehmer bekannte sich nicht schuldig.

Jahrelange Arbeit sei hinter dem Tiermastsystem gestanden, hatte der Angeklagte am ersten Verhandlungstag im Mai erläutert. Er habe sich bemüht, „von der Geburt bis zum Schlachthof, möglicherweise bis zur Theke“ mitzubestimmen, was mit den Tieren passiere, so der Unternehmer.

Im Zweifel freigesprochen

Vorige Woche erläuterte ein Sachverständiger ausführlich das komplizierte (Lohn-)Mastsystem, das der Angeklagte betrieb. Der Verkauf von einer Gesellschaft an die andere, der im Mittelpunkt des Prozesses stand, betraf 6.000 Mastplätze in vier Mastställen für eine Periode von zehn Jahren. Die eine Gesellschaft habe sich damit „aller Risiken entledigt“, die andere kaufte ein Geschäft, das „nicht abgesichert“ gewesen sei, so der Sachverständige.

Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Birgit Falb sprach den Unternehmer dennoch von den gegen ihn erhobenen Vorwürfen im Zweifel frei.