Mittelburgenland: Hagel vernichtete Wein und Getreide. Landwirten im Bezirk entstanden Schäden in Gesamthöhe von über einer Million Euro. Feuerwehren seit Wochen im Einsatz.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 20. Juni 2018 (05:58)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr

Fast täglich bildeten sich in den vergangenen Wochen Gewitterfronten – teilweise mit heftigen Regenfällen und teilweise mit Überflutungen, die auch die Feuerwehren des Bezirks auf Trab halten. Und fast täglich gab es laut Bezirksfeuerwehrkommando Einsätze, um Vermurungen zu beseitigen, überflutete Keller auszupumpen oder Verkehrswege frei zu machen ( wir berichteten aktuell, siehe hier und unten!).

Oberpetersdorf: Mühlgasse in Bach verwandelt

So mussten die Florianis vergangene Woche auch zum Lisztzentrum ausrücken, dessen Gelände kurzfristig einem See glich. In Oberpetersdorf wurde die Hauptstraße vom „Hammatbachl“ überschwemmt, welches dann weiters die Mühlgasse in einen Bach verwandelte. Unter Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr mit 25 Mann und der Straßenmeisterei wurde die Hauptstraße vom Schlamm befreit und wieder befahrbar gemacht.

Eine Spur der Zerstörung haben die Unwetter in Teilen der Weingärten und auf einigen Äckern des Bezirks hinterlassen. Laut Günther Kurz, Landesleiter der Burgenländischen Hagelversicherung, gab es im Mittelburgenland auf knapp 3.000 Hektar landwirtschaftlichen Flächen teils schwere Schäden.

Blaufränkischland und Bezirks-Norden betroffen

„Besonders stark betroffen waren Teile des Blaufränkischlandes wie Deutschkreutz und Horitschon sowie im Ackerbau das Gebiet Kobersdorf, Oberpetersdorf, Tschurndorf und Kalkgruben“, so Kurz. „Die Gesamtschäden werden weit über eine Million Euro ausmachen. Wir sind gerade in der Erhebungsphase und bei den Landwirten unterwegs.“

Dass es sowohl bei Weingärten als auch Ackerflächen Totalschäden gibt, weiß man am Landwirtschaftlichen Bezirksreferat. So erklärt Bezirksreferent Johann Eichberger, dass es gerade bei Raps, der sich zur Zeit im Reifezustand befindet, sowie beim Weizen, bei dem die gesamten Halme umgeknickt wurden, Totalschäden vorkommen.

Und sein Kollege Josef Finster, der für Weinbau zuständig ist bilanziert: „Es gab ein Ereignis mit massivem Hagelschlag. Etwa 50 bis 60 Hektar Weinbaufläche sind bis zu 100 Prozent geschädigt.“