Corona-kranker spuckte Ehefrau an: Nun vor Gericht

Erstellt am 14. August 2022 | 05:32
Lesezeit: 3 Min
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Verurteilt. Zwölf Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung erhielt 31-Jähriger, der Ehefrau anspuckte.
Foto: Bilderbox
31-Jähriger aus dem Bezirk Oberpullendorf war an Covid erkrankt und gefährdete die Gesundheit seiner Frau.
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Am 4. April dieses Jahres zeigte ein 31-Jähriger aus dem Bezirk deutliche Covid-Symptome. Seine Frau empfahl ihm, die Hotline 1450 anzurufen. Das tat er, dann aber begann das Ehepaar zu streiten und er spuckte seiner Frau ins Gesicht. Nun musste sich der vorbestrafte 31-Jährige unter anderem wegen vorsätzlicher Gefährdung seiner Ex-Frau – die Ehe wurde mittlerweile geschieden – durch übertragbare Krankheiten verantworten.

„2016 lernten sie sich kennen, 2019 wurde geheiratet“, berichtete der Staatsanwalt. Die Beziehung sei durch „unschöne Vorfälle“ geprägt gewesen, die in der Spuckattacke gipfelten. Die Frau sei zwei Tage später auch an Corona erkrankt.

Der Angeklagte bekannte sich nicht schuldig. Er habe seine Frau „geliebt“ und ihr „nie etwas getan“. Seine Ex-Frau hatte von verbalen Erniedrigungen, gefährlichen Drohungen und Handgreiflichkeiten berichtet. Der 31-Jährige gab nur zu, ihr einmal gedroht zu haben, er würde ihr eine „Puff’n“ anhalten, wenn er eine hätte. Keineswegs habe er seine Frau eine Stiege hinuntergestoßen. Angespuckt hätten sie sich gegenseitig, und zwar „permanent“, so der Angeklagte.

Er hätte mit seiner Frau auch häufig „spaßgerauft“. Bei den Streitigkeiten sei es um Eifersucht gegangen, weil ihm seine Gattin Kontakte zu anderen Frauen vorgehalten habe. Er gab zu, am 4. April gespuckt zu haben, allerdings habe er noch nicht gewusst, dass er Corona-positiv war. Testergebnis und Absonderungsbescheid habe er erst zwei Tage später bekommen.

„Es war ein Streit wie jeder andere“, sagte der Angeklagte. „Sie sollen gesagt haben: Du sollst krepieren, du sollst es auch bekommen!“, so Richterin Karin Lückl, die fragte, warum seine Ex-Frau so etwas erfinden sollte. „Weil ich sie stehen gelassen habe“, so der Mann. „Und weil ich ihr den Strom abgedreht habe.“

In der Nacht auf 5. April holte die Frau die Polizei, am 6. April zog der 31-Jährige aus. Er wurde schuldig gesprochen und zu zwölf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. An seine Ex-Frau muss er 330 Euro Schmerzensgeld bezahlen. Zähneknirschend nahm er das Urteil an.

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