Doch keine Kängurus auf Hof-Sonnenweide. Gehege für die Ansiedelung der acht Kängurus war schon fertig. Nun machte Corona-Virus Strich durch die Rechnung.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 27. März 2020 (03:22)
Keine Kängurus. Elisabeth und Andreas Nussbaumer blicken trotzdem hoffnungsvoll in die Zukunft.
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Die Folgen des Coronavirus haben auch Hof-Sonnnenweide in Weppersdorf getroffen, allerdings anders als Andreas und Elisabeth Nussbaumer es für möglich gehalten hätten. In den vergangenen Wochen und Monaten haben sie viel Zeit und Arbeit mit den Vorbereitungen verbracht, um acht Kängurus ein neues Zuhause zu bieten. Kein Stein blieb auf dem anderen. Die Ziegen und Lamas wurden auf einen anderen Teil des Hofes übersiedelt und die neuen Reviere adaptiert und umgebaut. Sowohl finanziell als auch zeitlich flossen viele Ressourcen in die notwendigen Vorbereitungen. Alles war bereit und fertig für den Einzug der Tiere.

Seit Montag ist aber nun klar, die Kängurus werden nicht auf Hof-Sonnenweide kommen. Nach langer und komplizierter Koordination zwischen dem Fachtierarzt aus dem Zoo Schönbrunn und der Besitzerin der Kängurus, wäre am 16. März der Abholtermin aus Ungarn (wo sich die Tiere momentan befinden) gewesen. Kurzfristig hat jedoch der Tierarzt den Termin abgesagt. Er hätte die fachgerechte Betäubung der Tiere vorgenommen und den Transport begleitet. An diesem Montag waren auch die Ausgangsbeschränkung schon in Kraft gleichzeitig der Grenzübertritt nach Ungarn nur sehr eingeschränkt (bzw. tags darauf gar nicht mehr) möglich.

Ein neuer Termin, wenn sich die Lage wieder normalisiert hat, wurde seitens der Besitzerin nicht gewährt und die letzte Information, die Andreas und Elisabeth erreichte, war, dass die Tiere nun in Ungarn bleiben und später dann gruppenweise abgegeben werden. Diese Nachricht traf Andreas und Elisabeth sehr schwer. „Wir hatten uns schon sehr auf die neuen Bewohner gefreut und wussten, dass wir den Tieren ein ideales Zuhause bieten könnten, mit rund um die Uhr Betreuung, weil wir ja mit all unseren anderen Tieren am Hof zusammen leben. Auch die Geschichte der Kängurus, die aufgrund veränderter Lebensumstände der Besitzerin ein neues Zuhause suchten, hat genau zu unserem Hof gepasst“, erklärt Elisabeth Nussbaumer.

Die meisten der 120 Tiere, die auf Hof-Sonnenweide leben, fanden so den Weg dorthin. Weil sie nicht mehr gewollt oder gebraucht wurden oder einfach, weil sich die Lebensumstände der Besitzer veränderten. Viele Menschen hatten in den vergangenen Wochen mitgefiebert und sich auf die Kängurus gefreut. Ganz viele haben Hof-Sonnenweide auch mit Spenden unterstützt.

Welle der Unterstützung und Wertschätzung

Deshalb bereitete es Elisabeth und Andreas große Kopfzerbrechen, wie wohl die Reaktion auf die unerwartete schlechte Nachricht sein würde. Aber diese Sorge war vollkommen unbegründet. Alle Spender wurden, soweit bekannt, persönlich angeschrieben mit dem Angebot den gespendeten Betrag zurückzuzahlen. Niemand ging auf dieses Angebot ein.

Stattdessen folgte eine Welle der Wertschätzung und Unterstützung über Facebook-Kommentare und persönliche Nachrichten. „Viele Menschen bedankten sich für das Engagement – niemand wollte auch nur einen Cent retour haben. Es ist unglaublich schön zu spüren, welchen Rückhalt das Lebenskonzept Hof-Sonnenweide genießt“, meint sie.

Und wie immer gilt, dort wo Schatten ist, gibt es auch Licht. Andreas und Elisabeth Nussbaumer werden nun ihre Energie und das neu entstandene Gehege nützen, um anderen Tieren, die ein schönes und sicheres Zuhause suchen, einen guten Platz und ein schönes Leben zu bieten.

Anfragen gibt es genug und den Beginn machen im April die zwei Schweinedamen Lili und Sahra. Auch eine alte Schafdame namens Lucy hat schon um einen Platz angesucht, den sie gerne bekommt. Zielsetzung der nächsten herausfordernden Wochen ist die Betreuung und Futterversorgung für die bestehenden zirka 120 Schützlinge sicherzustellen. Das bedeutet pro Monat rund 3 bis 5 Tonnen Heu, ein halbe Tonne Getreide, und kistenweise Obst und Gemüse. Natürlich zahlen die Nussbaumers auf Wunsch alle Känguru-Spenden zurück. „Bitte einfach kurz bei uns melden, die Rücküberweisung wird prompt veranlasst“, so Nussbaumer.