Ritzingerin ist Bäuerin mit Leib und Seele

Aus Sicht von Landwirtin Christine Hofer aus Ritzing hat sich das Bild der Bäuerin in den vergangenen Jahren stark verändert.

Erstellt am 07. März 2021 | 04:55
Christine Hofer
Liebe zur Landwirtschaft. „Ich kann voller Stolz sagen, ja, ich bin eine Bäuerin“, so Christine Hofer.
Foto: BVZ

Entscheidungsfreudig, wirtschaftlich, viel Liebe zur Landwirtschaft: Das sind die drei Wörter, die Christine Hofer als erstes einfallen, wenn sie an Frauen in der Landwirtschaft denkt. Die Ritzingerin ist selbst Bäuerin und betreibt gemeinsam mit ihrem Mann einen Milchvieh- und Ackerbaubetrieb, den Biohof Hofer. Jeden Freitag und Samstag werden die selbstproduzierten Lebensmittel im eigenen Hofladen verkauft. „Ich bin in die Landwirtschaft hineingeboren und habe dann auch wieder in einen landwirtschaftlichen Betrieb eingeheiratet. Meinen Mann habe ich bei der Landjugend kennen und lieben gelernt“, so Hofer.

Dass sie Landwirtin mit Leib und Seele ist, zeigt sich auch in ihrer Tätigkeit als Seminarbäuerin. Oft wird sie in Schulen eingeladen und bringt Kindern und Jugendlichen die Entstehung und Herstellung von landwirtschaftlichen Produkten näher. „Wenn ich oft in die Klassen komme, sagen die Kinder zu mir: „Wow, du bist eine echte Bäuerin!?“. Da muss ich immer ein bisschen schmunzeln. Es lässt mich aber auch stolz auf meinem Berufsstand sein. Heute wissen die Menschen gar nicht mehr, wie die Lebensmittel hergestellt werden oder wer sie produziert. Da kommen wir Bäuerinnen ins Spiel und können aus unserer Praxis erzählen. Es wird aber Gott sei Dank immer mehr, dass die Leute wissen wollen, woher die Lebensmittel kommen“, so Hofer.

Christine Hofer ist ein richtiger Naturmensch und ist gerne draußen. „Teilweise kann ich mir die Arbeit frei einteilen. Es macht mir Freude, wenn die Kunden unsere Arbeit wertschätzen und Genuss bei unseren Lebensmitteln finden. Man bekommt diese Wertschätzung und Freude zurück. Ich sag immer, was man gerne macht, das macht man gut. Und das zeigt sich auch bei unseren Besuchen im Hofladen“, freut sich die Milchbäuerin.

Auf die Frage, ob sich das Bild der Bäuerin in den vergangenen Jahren stark verändert hat, meint sie: „Ja, das hat es! Früher, als ich noch in der Hauptschule war, hat man sich oft gar nicht sagen getraut, dass man eine Landwirtschaft hat. Heute ist das alles anders. Das Bild der Landwirtschaft und der Bäuerin hat sich enorm verbessert. Hier ist auch sehr viel Arbeit von der Landwirtschaftskammer geleistet worden, dass das passiert ist. Die Menschen schätzen wieder mehr regionale Lebensmittel und wir, die Bauern, stellen diese her. Ich kann voller Stolz sagen, ja, ich bin eine Bäuerin und kann diesen Stolz auch an meine Kinder weitergeben.“ Und das zeigt sich auch daran, dass die nächste Generation gesichert ist. „Der Bub wird’s übernehmen, aber mit seiner Schwester wird schon ein Gemeinschaftsprojekt geschmiedet.“