Feiern in drei „Oberwarter Grätzeln“. Drei Grätzelfeste als Brücke zu 100 Jahre Burgenland: Mit dabei sind jede Menge Künstlerinnen und Künstler.

Von Carina Fenz. Erstellt am 30. August 2021 (02:18)
Feiern in 3 Grätzln
Anlässlich des Jubiläums 100-Jahre-Burgenland zeigen 31 burgenländischen Berufsfotografinnen und Berufsfotografen in einer Gemeinschaftsausstellung, was für sie das Burgenland ausmacht. Die Ausstellung ist bis 9. September am Hauptplatz Güssing zu besichtigen. Zur Vernissage kamen auch Innungsmeisterin Maria Hollunder sowie der Oberwarter Fotograf Walter Horvath. In Oberwart selbst ist die Ausstellung nicht zu sehen, dafür aber ab 10. September am Hauptplatz in Stadtschlaining. 
Josef Lang

Oberwart hat seine Straßennamen systematisch nach Themen vergeben. So wurden in bestimmten Ortsgebieten die Straßen nach Komponisten und Musikern, in anderen nach Schriftstellern, Wissenschaftlern, Philosophen mit deutlichem Bezug zur österreichischen und regionalen Geschichte benannt — übrigens ausschließlich nach Männern — , in einem anderen Stadtviertel nach Pflanzen und Bäumen.

„Wissenschaft und Natur“ 4. September

„Anlässlich 100 Jahre Burgenland stellen wir mit einer Ausstellung und künstlerischen Interventionen Fragen zu unserer Zeit. Dies tun wir aber mit einer Lust am Spielerischen und mit der Freude an einem Fest des Miteinanders“, kündigt OHO-Chef Alfred Masal die Grätzelfeste an. Das Projekt selbst stellt mit künstlerischen Arbeiten und Interventionen Bezüge zwischen den Namensgebern der Straßen- und Gassennamen und dem Geistes-, Kunst- und Kulturschaffen der letzten 100 Jahre im Burgenland her.

Das erste Grätzelfest findet unter dem Thema „Wissenschaft und Natur“ am Samstag, dem 4. September (17.30 bis 21.30 Uhr) im Rahmen der Inform statt. Warum? Weil am südöstlichen Rande Oberwarts, wo auch das Informgelände liegt, die Straßen und Gassen, hauptsächlich mit Namen von Wissenschaftlern und mit Bezeichnungen aus der Natur benannt wurden.

Ganz einfach, oder? Besucher können die Ausstellung „Wege in die Zukunft?“ besuchen und Klanginstallationen lauschen, Christian Ringbauer zeigt seine Videopräsentation „Säen“ und zwischendurch gibt es Unterhaltung mit „DerUrlaut“.

Grätzelfest der Musik am Schuldenberg

Weiter geht es dann am Sonntag, dem 26. September (14 bis 18 Uhr) am Schuldenberg, dem Grätzel der Komponisten und Musiker, mit dem Grätzelfest der Musik. Dieses Grätzelfest, das als großes musikalisches Picknick angelegt ist, findet jedoch beim Spielplatz in der Schubertgasse statt. „Mit einem reichhaltigen musikalischen Programm stellen wir die Werke der in den Straßennamen verewigten Künstler vor und verdeutlichen spielerisch ihren Einfluss auf die Musik von heute“, erklärt Masal.

Mit dabei sind die Musikschule, die Stadtkapelle, die Klarinetten-Formation „QuartArt“, das Trio „Mignon Vienna“ und „Die Schickeria“.

Buch- und Lesestationen auf 2,5 Kilometern

Den Abschluss bildet dann das Grätzelfest der Literatur am Sonntag, dem 3. Oktober (14 bis 18 Uhr), welches gleichzeitig die Eröffnung der Buchwochen einläutet. Die Autoren, die in diesem Teil Oberwarts hinter der Bachapotheke den Straßenbezeichnungen ihre Namen liehen, hatten vielfach Bezüge zum Burgenland. Dies war Anlass, burgenländische AutorInnen dazu einzuladen, sich mit eigens verfassten Texten mit manchen dieser Autoren und der Geschichte des Burgenlandes auseinanderzusetzen.

Auf einem Weg von 2,5 Kilometern mit zehn Buch- und Lesestationen wird ein reichhaltiges permanentes Programm mit über vier Stunden an Lesungen und mitunter auch musikalischen oder poetischen Interventionen und der Möglichkeit, in Büchern zu schmökern, präsentiert.

Mit dabei sind Konstantin Vlasich, Rudolf Hochwarter, Karin Ivancsics, Stefan Horvath, Katharina Tiwald, Siegmund Kleinl, Thomas Monetti, Clemens Berger und Hamed Abboud, Susanne Toth, Jutta Treiber und Peter Wagner.