Renovierung von Burg Schlaining im Plan

Noch sind es Schutt, Staub, Kabel und Plastikplanen, die einen Besucher auf Burg Schlaining erwarten, Mitte August wird die Anlage aber wieder strahlen und zur großen Jubiläumsausstellung "Wir sind 100. Burgenland schreibt Geschichte" einladen.

APA / BVZ.at Erstellt am 19. März 2021 | 10:53

Auf 1.300 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird die Geschichte des Landes gezeigt, erklärte Norbert Darabos, Verantwortlicher der Kulturbetriebe Burgenland für Burg Schlaining. Eröffnet wird am 14. August.

Im Hof steht noch ein Kran, im Burggraben fahren noch die Bagger und auch innerhalb der dicken Mauern sind noch die Bauarbeiter am Werk. Die Burgkapelle wurde als einziger Raum nicht angetastet und dient derzeit als Lagerraum. Die komplette Technik im Gebäude wurde schon erneuert, die Burg bekam einen Aufzug und ist künftig barrierefrei zugänglich. Auf dem Rundgang durch die Baustelle sieht man bereits aufwendig renovierte Säle - etwa den Engelsaal -, sie werden ab August die Ausstellungsstücke beherbergen oder für Veranstaltungen genutzt.

Burg Schlaining ist eine der ältesten Burgen im Land, erklärte Darabos. Das erste Mal erwähnt wurde sie 1271, 80 bis 100 Jahre davor wurde der erste Grundstein gelegt. Wichtigster Bauherr war Andreas Baumkircher, der sie 1461 in seinen Besitz übernommen hatte. Nach dem Ankauf der Burg 1980 durch das Land wurde sie 1983 das letzte Mal generalsaniert.

Ältester Teil der Anlage ist der Schwarze Hof, der im Zuge der aktuellen Arbeiten bereits fertig gestellt wurde. Die Besucher der Ausstellung starten ihren Rundgang künftig im Rittersaal. Im ersten Stock wird dann die Entstehungsgeschichte des Landes, im zweiten Stock die politische Geschichte und darüber die wirtschaftliche sowie etwa die Vereinsgeschichte gezeigt. Neben dem Kuppelsaal wird es einen Gedenkraum für die Opfer des Nationalsozialismus geben. 130 Vitrinen und 30 Medienstationen sind auf 1.300 Quadratmetern Ausstellungsfläche geplant. Das "Haus der Geschichte" in Wien etwa verfüge über 800 Quadratmeter Ausstellungsfläche, so Darabos.

Die Sanierungskosten belaufen sich auf rund 14,3 Millionen Euro, wie Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) im Dezember bekannt gegeben hat. Kurator der Jubiläumsausstellung ist Oliver Rathkolb, Vorstand am Institut für Zeitgeschichte an der Universität Wien. Die künstlerische Leitung hat Christof Cremer über. Die offizielle Eröffnung soll am 14. August erfolgen, bevor ab 15. August die Öffentlichkeit auf die Burg geladen ist. Die Jubiläumsausstellung soll dann ab 2023 als Haus der burgenländischen Zeitgeschichte weitergeführt werden.