Burgenland

Erstellt am 09. November 2018, 14:40

von Carina Fenz

Ein Schultag im Zeichen des Gedenkens. 2018 begeht Österreich den 100. Jahrestag der Gründung der Republik.

Aus diesem Anlass wurde auf Initiative des Landeschulrates für Burgenland und der Pädagogischen Hochschule Burgenland im Zeitraum Oktober 2017 bis November 2018 ein schultypen-und fächerübergreifendes und österreichweit einmaliges E-Learning-Netzwerkprojekt geplant und durchgeführt.

Die Intention war, und jeden Schüler mit den durch die Republik verkörperten Grundwerten emotional zu berühren, den Stellenwert des Burgenlandes im besonderen Gedenk- und Erinnerungsjahr der Republik Österreich bewusst sowie Kindern und Jugendlichen die Bedeutung der Demokratie als Staatsform und die Bemühungen um ein friedvolles Miteinander erlebbar zu machen. 

„Als Zielsetzung galt, ein positives Grundempfinden und auch aktives Tun für ein demokratisches Zusammenleben zu fördern sowie die Stärkung der digitalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler durch didaktisch sinnvolle Verknüpfung von traditionellem Unterricht und modernen Formen von E-Learning. Durch Handlungs- und Erfahrungslernen sollte aufgearbeitet werden, dass Wohlstand und Frieden keine Selbstverständlichkeit sind, sondern immer neu errungen werden müssen“ , erklärt Bildungsdirektor Heinz Zitz.

15.000 Schüler aus 140 Schulen nahmen an Projekten teil

140 Schulen in 500 Projekten mit rund 15.000 Schülern haben daran teilgenommen. Den Start dazu bildete ein Festakt im ORF Landesstudio in Eisenstadt mit Reden von Bundespräsident a.D. Heinz Fischer und Landeshauptmann Hans Niessl. Der Festakt wurde in den burgenländischen Schulen sogar live übertragen. „Ich bin davon überzeugt, dass damit ein wichtiger Beitrag zur Vermittlung von Werten geleistet wurde, die für die Zukunft Österreichs und für die Zukunft des Burgenlandes von ganz großer Bedeutung sind, denn Demokratie, Gerechtigkeit, Freiheit, Frieden und ein menschliches Miteinander müssen die Grundprinzipien auch eines künftigen Österreichs und Europas sein, in dem sich junge Menschen entfalten können“, betonte Landeshauptmann Hans.

Auch in der Volksschule Neuberg wurde am 9. November "100 Jahre Republik Österrreich" festlich begangen. Zuerst verfolgte man im Livestream den Festakt aus Eisenstadt mit Landeshauptmann Hans Niessl und Alt-Bundespräsidenten Heinz Fischer. Danach widmete man sich dem Geschichtsprojekt "Seinerzeit, zu meiner Zeit". „Dabei ging es darum, dass die Kinder erleben konnten, wie ihre Großelterngeneration ihre Schulzeit verbracht hatte und wie rasant die Entwicklung auf allen Gebieten in den letzten Jahren war“, erklärt Volksschuldirektor Karl Knor.

Mit Robert Novakovits, Renate Kerschbacher und Maria Kulovits standen den Kids drei Personen zur Verfügung, die den jungen Zuhörern viele Geschichten und Dinge aus der Vergangenheit erzählen konnten und so diese auch in ihren Bann zogen. „Aber auch die Kinder waren wissbegierig und stellten viele Fragen, die von den drei Auskunftspersonen gerne und ausführlich beantwortet wurden. Ein informativer Vormittag mit einem geistigen Ausflug in die Vergangenheit“, so Knor.

Auch in der Josef Reichl Naturparkschule in St. Martin an der Raab stand heute Freitag ganz  im Zeichen „100  Jahre Gründung der Republik“.  „In der ersten Stunde wurden noch die Präsentation der Klassenprojekte besprochen. Ab 9Uhr schauten wir alle gemeinsam die 30-minütige Internet“, schildert Volksschuldirektorin Claudia Kröpfl-Kögl. 

Im Anschluss begrüßten die Schüler zwei Zeitzeuginnen in der Schule, Frau Golowitsch ist 96 Jahre alt und Frau Kögl 83 Jahre  alt. Beide erlebten das Geschehen in anderen Bundesländern.  Frau Gollowitsch konnte ganz viel über die Zeit  der 1. Republik berichten. Beide erinnerten sich an die Anfänge der Nazizeit, an die Verfolgung, Misshandlung und Abholung der Juden und Roma und dem Ende des Krieges. Die Besatzungszeit unter den "Russen" erlebten sie als Mädchen besonders schlimm.

„Frau Kögl und Frau Gollowitsch berichteten den Kindern über die Entwicklung von Armut zu Wohlstand, klärten über die Arbeitsbedingungen und den Schulbesuch früher auf und erzählten unglaubliche Geschichten aus ihrem damaligen Alltag“, sagt Kröpfl-Kögl.

Danach präsentierten die Schüler jeder Klasse ihre Projekte und den Abschluss des Festaktes bildete die Bundeshymne. Da am Sonntag aber auch Landesfeiertag ist, wurden dazu Gedichte von Josef Reichl vorgetragen, der ja maßgeblich dazu beigetragen hat, dass der Teil südlich der Raab 1919 zu Österreich kam und so auch St. Martin an der Raab. Mit dem Singen der Landeshymne und dem Hissen der Burgenlandfahne endete dieser besondere Tag in der Josef Reichl Naturparkschule.