Corona-Cluster in Pinkafeld gibt Rätsel auf. 38 Bewohner und 16 Mitarbeiter wurden positiv auf Covid-19 getestet. Ein Besuchsverbot gilt schon seit einer Woche.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 29. Oktober 2020 (05:12)
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Bei Angehörigen der Altenheim-Bewohner sorgen die positiven Corona-Testergebnisse für Rätselraten. „Wie kann es sein, dass sich trotz Besuchsverbotes seit 9. Oktober und den Hygienemaßnahmen, so viele Infektionen auftreten?“, fragt sich die Angehörige einer Bewohnerin im Gespräch mit der BVZ. Bei Auftreten der ersten Covid-19-Fälle am 9. Oktober kommunizierte man öffentlich zwar kein Besuchsverbot, „Angehörige wurden aber darauf hingewiesen, dass keine Besuche möglich sind, was dem Schutz der Bewohner dient und nicht zu verurteilen ist.

Dass sich Bewohner aber in genau dieser Zeit angesteckt haben zeigt, wie machtlos man gegen dieses Virus zu sein scheint“, meint die Angehörige, die auch Kritik daran übt, dass man auch schon vor der Sperre, zwar im Haus rigorose Schutzmaßnahmen hatte, es aber trotzdem möglich war, die Bewohner für Ausflüge abzuholen.

Quarantäne für Hofer, Schnelltests geplant

„Gesundheit und Schutz der Bewohner und Mitarbeiter haben oberste Priorität, deshalb hat das Land reagiert und alle Maßnahmen gesetzt, um eine weitere Ausbreitung im konkreten Anlassfall zu verhindern“, so Landesrat Leonhard Schneemann, der gemeinsam mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil am Mittwoch (nach Redaktionsschluss) eine neue Schnellteststrategie für Altenwohn- und Pflegeheime sowie die Spitäler präsentiert hat. Damit will man den vulnerablen Zielgruppen mehr Schutz bieten und Besuche in Altenheimen und Spitälern weiterhin ermöglichen. Mehr dazu auf www.bvz.at.

Der Altenheim-Cluster hat auch FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer eine mehrtägige Quarantäne beschert. Seine Frau wurde als Mitarbeiterin positiv getestet. Hofer selbst zollt den Mitarbeitern in Österreichs Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen großen Respekt: „Ihr Beitrag für die Gesellschaft ist großartig, selbstlos und aufopfernd.“ Auch Bürgermeister Kurz Maczek zeigt sich betroffen von den neuesten Entwicklungen: „Unser Corona-Ausschuss tagt regelmäßig, wir sind uns dieser großen Verantwortung bewusst. Es ist tragisch, wenn so etwas vorkommt. Wir werden uns bei unseren zukünftigen Veranstaltungen dementsprechend orientieren. In erster Linie zählt die Sicherheit der Bevölkerung.“