SOS-Kinderdorf in Pinkafeld feiert Geburtstag. Das SOS-Kinderdorf Burgenland in Pinkafeld feiert heuer seinen 60. Geburtstag. Kinderdorfleiter Marek Zeliska sorgt auch in der Coronakrise dafür, dass alles läuft.

Von Eva-Maria Leeb. Erstellt am 01. Juni 2020 (05:13)

Der gebürtige Slowake Marek Zeliska hat Theologie in Bratislava, Wien und Tübingen studiert. Zusätzlich absolvierte er zahlreiche Zusatzausbildungen wie Non-Profit-Management, personenzentrierte Beratung und Gesprächsführung. Nach dem Studium war Zeliska ein Jahr in Vertretung eines Pastoralassistenten in Jennersdorf. Danach folgten sechs Jahre als Pastoralassistent in Pinkafeld mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendarbeit. Nebenbei hat er Religion an verschiedenen Schultypen unterrichtet.

Eine Blitzkarriere im SOS-Kinderdorf

Seit elf Jahren ist Marek Zeliska im SOS-Kinderdorf Burgenland in Pinkafeld beschäftigt. „Ich habe im SOS-Kinderdorf eine Blitzkarriere gemacht, obwohl ich das nicht geplant habe. Nach ein paar Monaten als Berater im mobilen Bereich habe ich als Dorfleiter in Pinkafeld begonnen. Nach einigen Umstrukturierungen wurde ich für das ganze Burgenland zuständig“, erklärt der 44-Jährige, der schon immer mit Menschen arbeiten und aktiv mitgestalten wollte.

„Mein berufliches Beschäftigungsumfeld umfasst unter anderem die Herstellung grundlegender menschlicher Bedürfnisse, teilweise auch Existenzielles. Da ich oft nicht gleich, aber dafür nachhaltig die Sinnhaftigkeit meiner Arbeit sehe, ist diese Aufgabe für mich genau richtig. Das Ganze im Blick zu haben und den Einzelnen nicht zu übersehen, dabei einen wertschätzenden Umgang mit allen Mitarbeitern und Klienten zu pflegen ist mir sehr wichtig“, sagt der Dorfleiter. In den letzten Jahrzehnten habe sich im SOS-Kinderdorf einiges verändert.

„Ich bin bestens vernetzt und kann einiges organisieren.“ Marek Zeliska, Leiter des SOS-Kinderdorfes Burgenland

„Unsere Pioniere haben Großartiges geleistet. Die Zeit war entschleunigter, aber sicher nicht leichter. Jetzt geht es oft schneller. Die Fremdunterbringung ist im Durchschnitt viel kürzer. Wir arbeiten öfter in Richtung Rückführung nach Hause, oder wir ermöglichen ganzen Familien, vorübergehend bei uns zu wohnen, damit wir sie coachen, stärken und in die Selbständigkeit führen können“, sagt Zeliska. Hier sei die Selbstwirksamkeit nicht zu unterschätzen. „Wir stellen uns die Frage, was können wir machen, dass es nicht zur Fremdunterbringung kommen muss, täglich neu. Da gibt es noch Einiges zu entwickeln. Wo alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind und eine Fremdunterbringung erforderlich ist wollen wir eine familienähnliche Betreuungsform anbieten“, erklärt der Dorfleiter.

Coronakrise ist immer noch Herausforderung

Die Coronakrise war und ist eine große Herausforderung. „Meine Mitarbeiter stehen immer in der ersten Reihe. Wir können unsere Arbeit nicht im Homeoffice erledigen oder einfach für einige Zeit untertauchen. Ich verlasse mich nicht darauf, dass jemand für mich etwas regelt und organisiert. Auch Schutzmasken habe ich mir selber organisierte, weil keiner zugeben konnte, dass sie nicht verfügbar sind. Eine meiner Stärken ist, dass ich bestens vernetzt bin. Meine Kontakte ermöglichen Einiges, auch Spontanes“, so Zeliska. Ob er bis zur Pension in Pinkafeld bleiben wird, kann er nicht sagen. „Gerade die Pandemie hat uns gelehrt, von Tag zu Tag zu planen und leben. Momentan passt es für mich.“