Von der Kunst vollkommen im Hier und Jetzt zu leben

Erstellt am 13. März 2022 | 05:50
Lesezeit: 3 Min
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Mein Kater Tiger“ ist Puchners aktuellstes Bilderbuch. Der Tiger übrigens, der lebt in echt mit dem Willy in einer glücklichen Beziehung, in einem alten Bauernhaus in Oberschützen. Sachen gibt´s.
Foto: Foto Willy Puchner
Diese nämlich, die beherrscht Willy Puchner aus Oberschützen, wie so schnell kein anderer. Und das seit bald 70 Jahren. Ein Portrait über einen Mann, der die Welt als Farbtopf (er)lebt.
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Wo soll man anfangen zu erzählen, wenn die Farbpalette an Worten kaum ausreicht, für ein ganzes Willy-Leben? In wenigen Tagen nämlich, jährt sich das Wiegenfest des Fotografen, Zeichners, Autors, Freigeistes, Journalisten, Kreativen und Kunstschaffenden zum 70. Mal. Abertausende Bücher hat er verkauft, zig Werke verfasst. Unzählige Fotos aufgenommen und Pinsel in Farbe getaucht. Jahre auf Reisen verbracht – Japan, Rom, New York - immer mit dabei: Willy Puchner und seine bunte Sicht der Dinge.

Der fast 70-Jährige, der vor 14 Jahren ins Südburgenland kam, um zu bleiben, blickt auf ein „wahrhaft gesegnetes Leben zurück.“ Geboren im Weinviertel als Sohn eines Fotografen-Ehepaares, war ihm sein kreativer Schaffensweg wohl schon in die Wiege gelegt worden.

„Ich habe aber auch sieben Jahre Philosophie studiert und eine Pause vom Freelancer-Dasein gemacht. Das Wort Freelancer war in meiner Jugend übrigens mein Lieblingswort und ich war in meinem ganzen Berufsleben wirklich nur zwei Jahre lang Angestellter“, erzählt Willy Puchner, der in dieser Zeit als Kunstlehrer gearbeitet hat.

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Foto: Willy Puchner

Seine Karriere beginnt, wie die seiner Eltern, als Fotograf. Sein Bildband „Bäume“ erschien in 11 Auflagen und ging über 30.000 mal über den Ladentisch. Als Fotograf arbeitet Puchner auch viele Jahre für renommierte Magazine wie STERN oder GEO.

Dann widmet sich der Wahl-Oberschützener dem Studium der Philosophie. „Auch das hat mich nachhaltig geprägt, denn in Zeiten der Pandemie, da hat mir philosophisches Bewusstsein gute Dienste geleistet. Im Hier und Jetzt sein zu können, so wirklich und wahrhaftig, das beherrsche ich gut.“

Seit über 600 Tagen ist der Mann, der sich Jahre auf Reisen machte, um daraus unter anderem das Buch „Die Sehnsucht der Pinguine“ zu schaffen – und sich selbst als Künstler ebenfalls neu zu erfinden - seit über 600 Tagen ist der Willy allerdings kaum mehr gereist. „Seit Corona habe ich meinen Lebensmittelpunkt komplett nach Oberschützen verlegt. Früher bin ich zwischen Wien und dem Land gependelt, heute genieße ich das Landleben in vollen Zügen. Nur das Meer, das fehlt mir ab und zu sehr.“

Puchners Farbenlehre und die Sehnsucht vom Meer

Willy Puchner versuchte immer neue Wege zu gehen und vor allem sucht er das kleine Glück. „So war ich Zeit meines Lebens ein Glückskind, weil ich die kleinen Aufmerksamkeiten des Lebens schätzen und lieben gelernt hab.“ Apropos klein: Seine künstlerischen Bilderbücher begeistern große und kleine Kinder seit vielen Jahren. „Fabelhaftes Meer“, „Unterwegs mein Schatz“ oder seine „Welt der Farben“ – längst Klassiker für jede Generation.
International bekannt wurde der Künstler mit seiner Serie „Puchners Farbenlehre“, die in 100 Ausgaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschien. „Und jetzt ist bereits die fünfte Folge meiner neuen Serie gedruckt erschienen, ‚Puchners Ansichten der Natur‘ heißt sie.“

70 Lebensjahre und wegen Corona vielleicht etwas sesshafter geworden – gezwungenermaßen halt – aber der Willy Puchner ist definitiv noch eine bunte Farbpalette voll Leben. Seine großen und kleinen Fans dürfen sich also noch auf ganz viele bunte, „kleine“ Glücksmomente von ihm freuen. Danke dafür!

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