Oberwarter Spital stellt Speiseplan um

Nach zehn Monaten Vorbereitungen ist der modernisierte Speiseplan gestartet.

Carina Fenz
Carina Fenz Erstellt am 31. Dezember 2020 | 03:45
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Küchen-Team im Krankenhaus. Küchenmitarbeiter Alexander Brunner, Diätologin Silke Wolfauer-Pötscher, stellvertretende Diätköchin Barbara Kaiser, Küchenmitarbeiterin Judith Szendi, stellvertretender Küchenleiter Christian Luger und Iris Stimpfl (Koordinatorin Diätologie).
Foto: KRAGES/Neumann

Der neue Speiseplan im Krankenhaus Oberwart ist zwar erst kürzlich gestartet, die Resonanz ist aber jetzt schon enorm. „Um ein Viertel mehr des Personals meldet sich zum Essen im Spital an“, sagt Katharina Haspl, die Assistentin der Küchenleitung des Krankenhauses und Teil des Projektteams „Neuer Speiseplan“.

Aber nicht nur beim Personal, sondern auch bei den Patienten kommt der neue Speiseplan gut an. Kein Wunder, hat man neben „Klassikern“ wie Backhendl, Reisfleisch, Rindsgulasch und Lasagne auch neue Gerichte eingeführt. „Asiatischer Gemüsereis aus dem Wok oder traditionelles Erdäpfelgulasch, um nur einige zu nennen“, so Christian Luger, Projektleiter und stellvertretender Küchenchef im Krankenhaus Oberwart, „der alte Speiseplan war immerhin schon zehn Jahre alt. Wir haben einige gut ausgebildete Fachkräfte im Team, mit denen haben wir etwas Neues erarbeitet.“

8.000 Datensätze von Zutaten neu bearbeitet

Seit Oktober 2019 haben Köche, Diätologen und die Verwaltung unter dem Kaufmännischen Direktor Hans Nestlang den neuen Speiseplan entwickelt. „Das war ein Riesenprojekt“, so Nestlang, „damit wirft man einiges Gewohntes in den Kübel.“ Mussten doch mehr als 8.000 Datensätze von Zutaten neu bearbeitet werden, damit man im 5-Wochen-Rhythmus insgesamt 105 Mittagsmenüs und 70 Abendmenüs an den Betten und im Personalspeisesaal ausgeben kann. Plus täglich noch 60 verschiedene Diätformen, „die abhängig von krankheitsspezifischen Erfordernissen von den Menüs abweichen oder diese ergänzen“, so Diätologie-Koordinatorin Iris Stimpfl. „Ernährungstherapien, zum Beispiel in Form der Diätkost, tragen schließlich auch dazu bei, dass man wieder gesund wird und dass man das Handlungsvermögen zurückbekommt.“

Das Frühstück besteht damit nicht mehr nur aus Semmel, kleiner Teebutter und Marmelade aus der Plastikschale, wie früher typisch für Krankenhäuser. Heute gibt es Bio-Gebäck, abwechselnd zu Honig und Marmelade auch Aufstriche. Mittags stehen drei Menüs – Hausmannskost, Vital und leichte Vollkost – zur Auswahl. Eines davon ist immer vegetarisch. Am Abend sind es zwei Menüs, aus denen die Patienten wählen können.

Lebensmittel: Bereits 75 Prozent sind Bio

Der Bio-Anteil steigt und steigt dabei – wie in der Strategie des Landes vorgesehen. „Eier – 100 Prozent, Rindfleisch – 100 Prozent, Kaffee und Tee – 100 Prozent, Brot und Milchprodukte – 80 Prozent, Obst und Gemüse – 75 Prozent“, zählt Christian Luger die Bio-Quoten der diversen Kategorien aus, „wir arbeiten auch daran, dass wir Nudeln, Öl, Gewürze und vieles mehr auch noch auf Bio umstellen“ – ganz im Sinne des Anfang 2019 ausgerufenen Mottos „Die KRAGES is(s)t bio“.

Lob gäbe es dabei von Patienten, wenn etwa das Rindsgulasch besonders gut schmeckt. „Ich merke aber schon bei der Verarbeitung, was für eine Qualität das Fleisch hat“, sagt der stellvertretende Küchenchef. Überhaupt werde der Anteil der Fertigprodukte und Halbfertigprodukte stark runtergefahren. „Wir machen die Semmelknödel selber, die faschierten Laberl, es gibt keine Packerlsuppen.“

„Und keine Glutamate, das ist vielen Menschen sehr wichtig“, ergänzt Diätologin Elisabeth Höller-Brunnhofer, „der Trend der Zeit, zu bewusst gesunder Ernährung, der zeigt sich auch bei uns.“