Ragweed: Die „Pest“ der Pflanzenwelt . Ragweed weiter am Vormarsch, laut Uni Wien verursacht die Pflanze Allergie-Kosten in der Höhe von 100 Millionen Euro.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 02. August 2018 (05:07)
BVZ

„Ragweed“ breitet sich in Österreich besonders rasch aus und verursacht starke allergische Reaktionen des menschlichen Immunsystems mit hohen Folgekosten für das Gesundheitssystem – zahlreiche leidende Betroffene inklusive.

zVg/ragweedfinder.at
Ragweed selbst melden. Der Ragweed Finder (www.ragweedfinder.at) macht es sich zum Ziel, Ragweed-Vorkommen öffentlich zu dokumentieren und aufzuzeigen, wo die Belastung für Allergiker besonders hoch ist, um Gegenmaßnahmen zu ermöglichen. Auf der Homepage finden sich auch Tipps, wie man Ragweed am besten erkennt und entsorgt: Am besten reißt man die Pflanze aus und wirft sie in den Restmüll – verbrennen oder auf den Kompost werfen führt nicht zum gewünschten Erfolg. Zu Redaktionsschluss waren 101 Ragweed-Funde auf der Karte verzeichnet.
 

Auch das Südburgenland liegt mitten im betroffenen Gebiet, dementsprechend groß war in der Vorwoche auch das Interesse an einem Vortrag zu diesem Thema. Dabei erfuhren die Zuhörer, dass eine Ragweed-Pflanze bis zu 60.000 (!) Samen produzieren kann, die noch dazu rund 20 Jahre im Boden halten, und überdies auch noch 100 Millionen Pollenkörner absondert.

„Natürliche Feinde hat die Pflanze kaum, wirkt selbst aber wachstumshemmend auf Nachbarpflanzen“, sagt der Grüne Landtagsabgeordnete und ausgebildetes Naturschutzorgan Wolfgang Spitzmüller. Am besten sei das Ausreißen der Pflanze, weil so die Verbreitung gestoppt werde. Gemäht werden müsse regelmäßig und am besten dann, wenn die männliche Blüte blüht, so Spitzmüller. Verbreitet wird die Pflanze vor allem über die Verkehrswege.

„Natürliche Feinde hat die Pflanze kaum, wirkt selbst aber wachstumshemmend auf Nachbarpflanzen“

Ragweed ist auch als Beifuß-Traubenkraut, Ambrosia oder Wilder Hanf bekannt, die einjährige Pflanze keimt von Frühjahr bis Sommer und ist seit 1960 in Österreich beheimatet. Die Pollen können in der Blüte zwischen Juli und Oktober schwere allergische Reaktionen auslösen.

Pollenschutzgitter verwenden, beim Sport aufpassen, andere Personen mähen lassen, Sonnenbrille und Hut verwenden und viel Wasser trinken.

Eine aktuelle Pollenflugvorhersage finden Sie im Internet auf www.pollenwarndienst.at