Oberwart: Stadt kauft Immobilie

Die Stadtvertretung segnet strategischen Kauf einer Innenstadt-Immobilie ab. Ein zukünftiger Platz für Coworking Spaces.

Erstellt am 21. Mai 2021 | 06:26
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Das ehemalige Firmengelände der Firma Hartter in der Raimundgasse 25 stand zum Verkauf. Der Gemeinderat hat sich einstimmig für den Kauf ausgesprochen. Der Plan ist es zukünftig Coworking Spaces zu schaffen, um Unternehmen und Arbeitnehmern die Voraussetzungen zu geben, um ihre Arbeit von Oberwart aus zu erledigen.
Foto: C. Fenz

Das Objekt in der Raimundgasse 25 mit guter alter Substanz freut sich auf die neue Vision. Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung nämlich den strategischen Kauf der Innenstadt-Immobilie (ehemaliges Hartter-Haus) abgesegnet. „Die Entscheidung, diese Liegenschaft zu kaufen, ist im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung gefallen. Das Haus liegt im Zentrum der Stadt, die Lage ist von strategischem Vorteil“, heißt es dazu von Stadtchef Georg Rosner. Das Gelände des ehemaligen Bauhofes – das ebenfalls im Besitz der Stadt ist – und auch die Wirtschaftskammer sind in der Nachbarschaft angesiedelt. Dies spielt eine wesentliche Rolle für die zukünftige Nutzung des Hauses, denn es könnte sowohl für Startups als auch für die Schaffung eines Coworking Space genutzt werden.

Bürgermeister Rosner dazu: „Dezentrales und flexibles Arbeiten hat durch die Corona-Krise einen noch höheren Stellenwert bekommen und diesen Anforderungen wollen wir in Oberwart gerecht werden. Es geht darum, für Unternehmer und Arbeitnehmer die Voraussetzungen zu schaffen, um sich hier anzusiedeln oder ihre Arbeit von Oberwart aus zu erledigen.“ Der Wirtschaftsausschuss habe sich intensiv mit dem Thema Coworking Spaces auseinandergesetzt. „Dem wollen wir uns nicht verschließen. Egal ob große Betriebe oder Einzelunternehmer – wenn wir Anfragen erhalten, sind wir immer bemüht, einen Weg zu finden, um sie für einen Standort in Oberwart gewinnen zu können. Deshalb ist es wichtig, vorausschauend zu handeln und das haben wir mit dem Kauf dieser Liegenschaft in jedem Fall getan“, erklärt Rosner. Wirtschaftsausschuss-Obmann Stefan Marth (ÖVP) spricht vor versammelten Gemeinderat von einem mutigen Schritt. „Es wird Zeit alte Denkmuster aufzubrechen“, so Marth.

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Auch FPÖ-Stadtrat Christian Benedek begrüßt den Kauf, wenn auch „der fertige Kaufvertrag schon etwas verwundert, denn so eine Investition sollte besser vorher besprochen werden.“

Gemeinderätin Barbara Benkö-Neudecker (FPÖ) begrüßt den Grundstückskauf der Gemeinde ebenfalls, mahnt aber: „Wir investieren zur Zeit sehr viel. Zahlreiche Straßensanierungen hängen in der Warteschleife.“

Die SPÖ sprach sich ebenfalls für den Kauf aus. Zuvor beantragte man eine Sitzungsunterbrechung, um in der Fraktion zu diskutieren. „Wir haben diesem Punkt nach langer Beratung zugestimmt, da wir den eventuellen Möglichkeiten für Ansiedelung von Unternehmen im Bereich der Innenstadt nicht verhindern wollen, werden aber genau darauf achten, dass diese Liegenschaft so rasch wie möglich einer Nutzung zugeführt wird. Es dürfen bei diesem Gebäude keine hohen Erhaltungskosten durch Leerstehung anfallen. Leerstehende Gebäude, die nur Kosten verursachen haben wir schon genug“, heißt es dazu von SP-Fraktionssprecher Ewald Hasler.

Die Kaufsumme für das ehemalige Hartter-Haus, welchen vom Besitzer selbst zum Verkauf angeboten wurde, beträgt rund 400.000 Euro. Die Stadtgemeinde hat die Möglichkeit die Kaufsumme in rund 70.000 Euro-Raten auf mehrere Jahre abzubezahlen.