„Betreten verboten“: Kurbad sperrt Wald. „Betreten verboten“ heißt es im Vogelsangwald. Kurbad AG verweist auf Haftungen, Gemeinde strebt Lösung an.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 03. Januar 2018 (05:05)
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Vogelsangwald: Betreten verboten. Seit Kurzem herrscht trotz ersessenem Wegerecht ein Betretungsverbot für den Vogelsangwald. Die Kurbad AG argumentiert mit „Gefahr in Verzug“, der Bürgermeister strebt eine Lösung an.
BVZ

Seit Kurzem ist der bei Spaziergängern beliebte Vogelsangwald seitens des Eigentümers Kurbad AG „gesperrt“. An den Eingängen befinden sich Tafeln mit dem Hinweis „Privatgrundstück Betreten verboten!“, obwohl laut ÖVP-Gemeinderat und Jurist Claus-Peter Steflitsch die Gemeinde aufgrund der mehr als 30-jährigen Nutzung längst ein Wegerecht ersessen hat: „Tritt man gegen das Betretungsverbot nicht innerhalb von drei Jahren auf, geht das Dienstbarkeitsrecht verloren, deshalb besteht dringender Handlungsbedarf seitens der Gemeinde.“

Kurbad AG: „Es besteht Gefahr im Verzug“

Diesen „dringenden Handlungsbedarf“ macht auch Kurbad AG-Direktor Leonhard Schneemann für die Maßnahme geltend: „Da geht es um Haftungsfragen, aus unserer Sicht ist Gefahr im Verzug: Gerade im Winter ist das Risiko aufgrund von Frostschäden und starkem Wind fast nicht mehr zu tragen. Das ist aber nur eine kurzfristige Maßnahme, die nach juristischer Abklärung getroffen wurde – wenn etwas passiert, sind die Strafen empfindlich.“ Nachsatz: „Wir sind natürlich interessiert daran, den Wald auch künftig der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen, aber dazu müssen wir zuerst sicherheitstechnische Rahmenbedingungen schaffen.“

Seitens der Gemeinde will Bürgermeister Gert Polster (SPÖ) nach den Feiertagen das Gespräch mit Schneemann suchen und die Sachlage erörtern: „Wir wollen eine Lösung, die für beide Seiten akzeptabel ist.“